Das bekannte Ausflugsziel Erlebnisbauernhof Franziskus im oststeirischen Unterlamm, seit zehn Jahren Herzensprojekt und wertvoller Motor für Tierschutz, hat seine Tore geschlossen. Gründe: Vandalismus, Geldsorgen, Ärger.
Viele haben wie jedes Jahr schon sehnsüchtig darauf gewartet, dass der Erlebnisbauernhof nach der Winterpause wieder seine Tore öffnet – denn er ist einfach entzückend. Da flitzen Zwergseidenäffchen durch ihr schönes Gehege. Der Leguan schenkt ihnen mit stoischer Ruhe nicht einen Funken der Beachtung, während Schildkröten genauso unbeeindruckt von den staunenden Besuchern in der herzigen Kaffeestube bleiben. Dazu: zahme Esel, Kängurus, teils sogar mit dem Flascherl aufgezogen, Alpakas. Ein Ort der Idylle. Fast magisch. Mit einer Energie, die spürbar gut ist und gut tut.
Doch jeder Fan – allein heuer wollten schon Dutzende Kindergartengruppen ihren Besuch anmelden – erlebt heuer eine Enttäuschung. Der Franziskus-Erlebnisbauernhof sperrt nicht mehr auf.
„Wir sind müde, ausgelaugt“
„Wir haben uns diese Entscheidung wirklich nicht leicht gemacht. Unser ganzes Geld, unser ganzes Herzblut steckt in unserem Platz“, sagt Franz Maurer, der den Hof gemeinsam mit seiner Lebensgefährtin Erna Hammer führte, traurig. „Aber es geht nicht mehr. Wir sind müde, ausgelaugt.“
Körperlich – durch die viele Arbeit mit den Tieren – und psychisch: „Allein im Vorjahr hatten wir 40 Anzeigen! Zum Beispiel, weil eine der Schildkröten ein welkes Salatblatt vor sich hatte. Oder der ,Fressplatz’ der Äffchen verschmutzt sei – das ist aber nicht ihr Futterplatz, sondern der, auf dem sie koten und der nicht jede Minute des Tages blitzblank sein kann.“
Dazu kamen entsetzliche Ereignisse – wie im Jahr 2020, als Vandalen alle Tiere aus den Gehegen ließen. Oder der Schock über die unerträgliche Silvesterknallerei, die ein Emu-Weibchen tötete. Auch Geldsorgen gab es – schließlich ließen die empathischen Betreiber Kinder, gehandicapte Menschen und viele mehr immer kostenlos hinein.
Mit Hasen Fußball gespielt
„Die Tiere bleiben am Hof“, beruhigt Franz Maurer, Futter versuche man großteils über Spenden aufzutreiben. Doch etwas ganz Wichtiges fällt weg. Das Beispiel dazu: als Kinder im Beisein der Eltern mit einem Hasen horrenderweise Fußball spielten – durch Maurers Aufklärung bekam man reuevoll die Erkenntnis, dass Tiere fühlende Lebewesen sind.
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