Die Online-Gärtner sind im Vormarsch. Sie bestimmen am Handy oder Laptop, wann das Gemüse gepflanzt und bewässert werden soll.
Wie kann man Menschen, die keinen Garten haben, dazu bringen, sich intensiver mit Lebensmitteln zu beschäftigen? Diese Frage stellten sich die Oberkärntner Patrick Kleinfercher und Christoph Raunig. Und ihre Antwort lautet: Online-Gartenarbeit.
Von der Autobranche zum Online-Garteln
Dazu musste das Duo nicht nur Computer-Programme schreiben, sondern erst einmal selbst eine landwirtschaftliche Ausbildung machen. Schließlich kommen die Erfinder des neuartigen Gartenbaus ja eigentlich aus der Auto- und der Sportartikelbranche. Ein Jahr später hatte man die ersten Kunden und konnte loslegen.
2700 Online-Gärtner
Das Startup „MyAcker“ mit Firmensitz in Spittal ist zu einem Unternehmen mit 16 Angestellten (IT-Spezialisten und Gärtner) gewachsen. Mittlerweile sind es bereits 2700 Online-Gärtner, die von dem Angebot begeistert Gebrauch machen. Sie bearbeiten daheim am Smartphone, Tablet oder am PC ein eigenes Stück Garten, den es auch ganz real gibt. Auf jeweils 3,5 Hektar Boden in Mühldorf und auf der Laßnitzhöhe bei Graz wird angepflanzt, was im Wohnzimmer angeklickt wird. Unter den Gärtnern sind auch sechs teilarbeitsfähige Menschen der Lebenshilfe.
kostet ein Online-Garten. Das All-in Saisonpaket beinhaltet alle Arbeitsschritte wie säen oder jäten sowie fünf Erntepakete frei ins Haus.
Spezieller Algorithmus
Damit der Bildschirmgärtner weiß, was der echte Acker gerade an Zuwendung braucht, wurde ein spezieller Algorithmus entwickelt. „In der Erde sind Sensoren und Kabel, das Programm errechnet, unter welchen Bedingungen, welche Sorte wie lange zum Reifen braucht“, erklärt Christoph Raunig. Der Gärtner bekommt dann via App die empfohlenen Schritte.
Gemüse wird prompt geliefert
Wird auf Ernten gedrückt, dann bekommt man das Gemüse innerhalb eines Tages ins Haus geliefert. Den Garten kann man auch per Webcam im Auge behalten und natürlich auch jederzeit selbst besuchen. „Ein Drittel der Kunden machen das auch regelmäßig“, verrät Christoph Raunig.
So schaut der typische Online-Gärtner aus
Der typische Onlinegärtner ist zwischen 34 und 40 Jahre alt, kommt vorwiegend aus der Stadt und hat meist Familie. Aber auch Schulen bewirtschaften ihre eigenen Klassengärten, kombinieren Gartenarbeit mit digitalem Lernen. Und auch Firmen lassen ihre Mitarbeiter miteinander garteln, nutzen den gemeinsamen virtuellen Acker zum Teambuilding.
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