KZ-Gedenkstätte

Minister und Schüler: Weiße Rosen für die Opfer

Oberösterreich
22.04.2022 17:20
„Es ist traurig, dass hier so viele Menschen sterben mussten, die nichts getan haben“, teilten Schüler des BRG Gmunden betroffen ihre Gedanken mit Bildungsminister Martin Polaschek. Er begleitete am Freitag 120 Jugendliche durch die KZ-Gedenkstätte Mauthausen, am Appellplatz legte man gemeinsam weiße Rosen nieder. Am 5. Mai jährt sich die Befreiung zum 77. Mal.

Es weht fast immer ein eiskalter Wind am Appellplatz der KZ-Gedenkstätte Mauthausen. Am Freitag waren in den Baracken wieder Stimmen zu hören: 120 Schüler aus Gmunden erfuhren bei einem Rundgang von den Gräueln, die sich hier während der Zeit des Nationalsozialismus ereignet hatten.

„Es ist wichtig, vor Ort zu spüren, wie Menschen gelitten haben,“ zeigte sich auch Bildungsminister Martin Polaschek betroffen, der ebenfalls die Gedenkstätte besuchte. Die Schüler hatten Biografien von Opfern ausgeforscht, die sie vor dem Sarkophag am Appellplatz vortrugen. Dann legten die Jugendlichen, aber auch Minister Polaschek und Barbara Glück, die Leiterin der Gedenkstätte, weiße Rosen rund um das Mahnmal zu einem gemeinsamen Kreis der Erinnerung auf.

Demokratische Werte stärken
„Es ist an uns allen, daran zu arbeiten, dass wir voreinander Respekt und Toleranz haben und auf demokratisches Zusammenleben achten“, betonte der Minister beim Gedankenaustausch mit den Schülern. Auf Demokratie zu achten, sei ein Gebot der Stunde, denn letztlich sei der Ukraine-Krieg auch mit einem Angriff auf europäische Werte verbunden.

Gedenken und Verstehen
Barbara Glück etabliert das Memorial erfolgreich im Heute: „Es ist Lern- und Erinnerungsort, ein Friedhof und Sterbeort, aber auch ein lebendiger Ort. Wir können hier gemeinsam gedenken und uns austauschen.“ Darum schlagen die Vermittlungsangebote am Gelände oder im Internet auf www.erinnern.at die Brücke zur Gegenwart.

Unterrichtsmaterial zum Download
Ab sofort ist unter dem Link eine neue, umfangreiche Online-Sammlung an Unterrichtsmaterialien und virtuellen Rundgängen verfügbar, über Mauthausen und erstmals auch über viele Nebenlager.

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Ich finde, es soll viel darüber gesprochen werden. So etwas darf nie wieder geschehen!

Emma Winterbacher (13), BRG Gmunden

Befreiungsfeier am 15. Mai
Im System des KZ Mauthausen wurden einst mehr als 200 000 Menschen interniert, etwa 100 000 Häftlinge wurden ermordet. Am 5. Mai 1945 wurde das Todeslager von der US Army befreit. Seit 1997 ist der 5. Mai ein nationaler Gedenktag. Die Internationale Befreiungsfeier findet heuer am 15. Mai unter dem Themenschwerpunkt „Politischer Widerstand“ statt – in Form eines Gedenkzugs mit unbegrenzter Teilnehmer-Anzahl.

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