Für 2 Millionen Euro

Statt Bahnfriedhof: Tschechen kaufen ÖBB alte Wagen ab

Wien
20.06.2011 16:23
Einen Proteststurm hat der "Krone"-Bericht über verrottende ÖBB- Zuggarnituren bei heimischen Eisenbahnfreunden ausgelöst. Bekanntlich vergammeln teils brandneue Geräte (etwa ein "Spezialmäher" um 700.000 Euro) in der Lobau vor sich hin. Dass es auch anders geht, zeigen die ÖBB jetzt mit einem gewinnbringenden Wagen-Export nach Tschechien.

Bei diesem Anblick könnten nicht nur Eisenbahnfreunden, sondern auch allen heimischen Steuerzahlern die Tränen in die Augen steigen: Monatelang rostete eine um 700.000 Euro angeschaffte (aber offenbar völlig funktionsuntüchtige) "Spezialmähmaschine" der ÖBB in der Lobau vor sich hin.

Bahn-Friedhöfe für funktionsfähiges Material
Von Lianen umschlungenes und von Unkraut überwuchertes Zugmaterial ist in Österreich aber kein Einzelfall: Im ganzen Land gibt es "Bahn-Friedhöfe", sei es nun in der Bundeshauptstadt oder in Dobermannsdorf im Weinviertel (Niederösterreich). "Und das, obwohl viele Geräte noch voll funktionsfähig wären. Die Bundesbahnen weigern sich aber, Material an private Anbieter im Inland weiterzuverkaufen", kritisieren Experten.

Tschechen renovieren ÖBB-"Schrott"
Zumindest in einem konkreten Fall gibt es jetzt aber Positives zu berichten. Es geht um einen zwischen den ÖBB und der Tschechischen Bahn abgeschlossen Deal: Für 30 Reisezugwagen fließen insgesamt mehr als zwei Millionen Euro nach Österreich. Die zunächst bereits als Schrottgeräte abgestellten Garnituren sollen im Nachbarland renoviert und für den Verkehr fit gemacht werden.

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