SPÖ-Landesparteichef Peter Kaiser sieht nun die gesamte Partei im Aufwind. "Wir werden den positiven Trend auf Landesebene fortsetzen", meinte Kaiser am Montag. Der "eindrucksvolle" Wahlsieg in Wolfsberg beweise, dass die Mitbewerber von FPK und ÖVP "auf der Stelle treten" würden. Wer für Schlagholz in den Kärntner Landtag nachrücken und auch seine Position als Landesgeschäftsführer übernehmen wird, war noch offen. "Das werden die Gremien entscheiden", so Kaiser.
Scheuch: "Keine Niederlage der FPK"
Das trotz massiven Aufwandes mit knapp 30 Prozent eher bescheidene Abschneiden von FPK-Kandidat Heinz Hochegger ist für seinen Landeparteichef Uwe Scheuch kein Beinbruch. "Ich sehe das nicht als Niederlage der FPK", erklärte Scheuch. Man habe zwar eine Stichwahl erreichen wollen, Hochegger habe aber immerhin sein Ergebnis von der Wahl 2009 halten können. "Bürgermeisterwahlen sind Persönlichkeitswahlen", so Scheuch.
ÖVP-Chef ortet "rote Dominanz"
ÖVP-Landesparteichef Josef Martinz sprach von einem "überraschenden Ergebnis." Die 8,7 Prozent des ÖVP-Kandidaten Mario Woltsche erklärte er mit der traditionell "roten Dominanz" in Wolfsberg sowie dem "enormen Einsatz der FPK." Er hätte sich zwar mehr erwartet, will aber auch in Zukunft an Woltsche festhalten, so Martinz.
Die Grünen, die darauf verzichtet hatten, einen Kandidaten ins Rennen zu schicken, werten die Ergebnisse der Koalitionsparteien FPK und ÖVP als "deutliche Niederlagen". Besonders das ÖVP-Ergebnis sei "mehr als katastrophal und eine schallende Ohrfeige für Martinz", so Parteichef Rolf Holub.
Deutlicher Wahlsieg
Bei der Wahl am Sonntag ging Hans-Peter Schlagholz von der SPÖ als klarer Sieger hervor. Er holte 61,8 Prozent der Stimmen und erzielte damit gleich im ersten Wahlgang eine satte Mehrheit. Eine Stichwahl wird daher nicht notwendig sein. Der zweitplatzierte Heinz Hochegger von der FPK blieb mit 29,7 Prozent bereits recht deutlich zurück. Mario Woltsche von der ÖVP kam nur auf 8,4 Prozent der Stimmen. Die Wahlbeteiligung lag bei 67,6 Prozent, 20.633 Bürger waren zu den Urnen gerufen.
"Ein schöner Tag"
"Mit diesem Ergebnis habe ich nicht gerechnet. Ich hätte mir für Sonntag eher ein Kopf-an-Kopf-Rennen erwartet. Ich bin den Wolfsbergern aber sehr dankbar, dass wir uns weitere zwei Wochen Wahlkampf und eine Stichwahl ersparen. Es ist ein schöner Tag", so Schlagholz in einer ersten Stellungnahme.
Der Urnengang in Wolfsberg war notwendig geworden, da Gerhard Seifried (SPÖ) im März nach 13 Jahren an der Spitze der Stadt überraschend sein Amt zurückgelegt hatte. Auffallend ist, dass Schlagholz sogar deutlich bessere Werte erzielte als sein Vorgänger Seifried (56 Prozent im Jahr 2009).
Dank seines Wahlsieges bleibt Wolfsberg weiterhin fest in roter Hand. Im Gemeinderat wird sich Schlagholz jedoch wie sein Vorgänger Mehrheiten suchen müssen. Die SPÖ verfügt nach der Gemeinderatswahl 2009 in Wolfsberg über 15 Sitze, die FPK über 14, fünf Sitze hat die ÖVP und ein Sitz gehört den Grünen.
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