GUTEN MORGEN

Putins Traum | Benzin, Milch, Kabelbäume

Kriegsherr Wladimir Putin mag davon geträumt haben, dass er mit seinen Horden die Ukraine in wenigen Tagen erobern werde. Da hat er sich, wie wir längst wissen, grob getäuscht. Der Krieg tobt mittlerweile schon seit sechs Wochen, er brachte und bringt schreckliches Leid über die Menschen in der Ukraine - und kostete auch Tausende russische Soldaten das Leben. Aber ein Ende ist längst nicht in Sicht, ganz im Gegenteil. Immer mehr Beobachter, immer mehr Militärexperten rechnen mit einem langen Zermürbungskampf. So meint etwa Bernhard Gruber, Oberst im Generalstabsdienst des Bundesheeres, dass beide Kriegsparteien nach wie vor an Erfolge und Gebietsgewinne an den Fronten glauben - und so lange das so sei, werde es auch keine Verhandlungslösung geben. Keineswegs mit einem baldigen Ende rechnet auch Russlandexperte Gerhard Mangott im Gespräch mit der „Krone“. Klar sei nämlich auch, dass Russland bestimmte Minimalziele erreichen müsse, damit sie Präsident Wladimir Putin in der Heimat als Erfolg verkaufen könne. Das fehlt aber… Auch das EU-Institut für Sicherheitsstudien glaubt an einen Krieg „mindestens bis zum Sommer“. NATO-Generalsekretär Jens Stoltenberg sagte gerade in Brüssel sogar, er könne noch „viele Monate oder sogar Jahre“ andauern. Schlimme Aussichten. Allerdings muss man auch daran erinnern, dass so manche Prognosen, die wir vor allem vor Putins Invasion gehört haben, sich auch nicht erfüllt haben.

Benzin, Milch, Kabelbäume. Wie lange auch immer dieser Krieg letztlich dauern wird - derzeit beschäftigt er die halbe Welt intensiv, hat er doch Auswirkungen auch auf das Leben jenseits von Ukraine und Russland. Das liest man auch heute wieder in der „Kronen Zeitung“. Etwa auf den Wirtschaftsseiten, wo einmal mehr von direkten und indirekten Auswirkungen dieses Krieges für Österreich die Rede ist. Thematisiert werden die horrend hohen Benzinpreise und die steigenden Preise für Milchprodukte, aber auch die Probleme etwa beim BMW-Werk in Steyr, wo mehr als 3000 der 4400 Mitarbeiter zur Kurzarbeit angemeldet sind - weil mangels Kabelbäumen, die aus der Ukraine zugeliefert werden, die Produktion eingeschränkt werden muss. Wenigstens dürfen die heimischen Banken aufatmen: Sie müssen zwar wegen der Pleite der in Wien angesiedelten russischen Sberbank über die Einlagensicherung den (überwiegend deutschen) Sberbank-Kunden fast eine Milliarde an Entschädigungen zahlen. Bekommen aber, wie man jetzt weiß, den größten Teil zurück, weil die Verwertung des Sberbank-Vermögens überraschend gut läuft. Es ist dies freilich eine der ganz seltenen erfreulicheren Meldungen rund um die Kriegsfolgen hierzulande.

Einen schönen Freitag!

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