28.03.2022 10:34 |

„Dummköpfe“

Selenskyj mit Botschaft an potenzielle „Verräter“

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat seine Landsleute in der Nacht auf Montag vor den Gefahren einer Kollaboration mit den russischen Besatzern gewarnt. Er richtete mahnende Worte an potenzielle „Verräter“.

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In einer Videoansprache wandte sich Selenskyj „an diese phänomenalen Dummköpfe“, die mit den russischen Militärs zusammenarbeiten wollten. „Ich möchte darauf hinweisen, dass sie (die Russen) selbst die eigenen Leute abstoßen. Was machen sie dann mit fremden Verrätern?“

Er forderte die möglichen Verräter auf, nachzudenken. „Aber ich weiß, dass solche Leute über nichts nachdenken“, sagte Selenskyj. „Sonst wären sie nicht zu Verrätern geworden.“

Lage in Mariupol besonders dramatisch
Die Kämpfe in der Ukraine gehen unterdessen unvermindert weiter, besonders dramatisch ist inzwischen die Lage in Mariupol. Der ukrainische Präsident sprach von einer humanitären Katastrophe.

Um die Situation zu verbessern, wird weiterhin auf Friedensverhandlungen gesetzt: So sollen wieder Delegationen aus der Ukraine und aus Russland in Istanbul persönlich zusammenkommen, wie das türkische Präsidialamt nach einem Telefonat von Kremlchef Wladimir Putin und dem türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan informierte. Ein genauer Zeitpunkt wurde noch nicht genannt. Kiews Unterhändler David Arachamija teilte mit, dass bereits am Montag verhandelt werde.

Erwartungen an Friedensgespräche gering
Die Ukraine dämpfte Erwartungen an die neue Verhandlungsrunde. „Ich glaube nicht, dass es einen Durchbruch in den wichtigsten Fragen geben wird“, sagte der Berater des ukrainischen Innenministeriums, Vadym Denysenko.

Der russische Delegationsleiter Wladimir Medinski hatte zuvor auf Telegram gepostet, ein Zusammenkommen sei am Dienstag und am Mittwoch geplant. Putin und Erdogan hätten sich am Telefon unter anderem über den Stand der Verhandlungen ausgetauscht, erklärte das Präsidialamt in Ankara am Sonntagabend. „Erdogan wies darauf hin, wie wichtig ein Waffenstillstand zwischen Russland und der Ukraine, die Umsetzung des Friedens und die Verbesserung der humanitären Bedingungen in der Region sind“, berichtete sein Büro weiter.

„Sicherheitsgarantien sind ein Muss“
Die Ukraine will bei den Gesprächen mit Russland auf ihrer territorialen Integrität und Souveränität bestehen. Das sagt Präsident Selenskyj. Wirksame Sicherheitsgarantien seien ein Muss. Das Ziel der Ukraine sei Frieden und die Rückkehr zu einem normalen Leben im eigenen Land so schnell wie möglich. Selenskyj zufolge sind bereits „etwa“ 20.000 Menschen in dem Krieg gestorben.

Kurz nach Beginn des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine am 24. Februar hatten Delegationen beider Länder mit Verhandlungen begonnen. Nach drei persönlichen Treffen im Grenzgebiet von Belarus wurden die Gespräche in Videoschaltungen abgehalten. Die Ukraine fordert ein Ende der Kämpfe sowie einen Abzug der russischen Truppen. Moskau verlangt, dass Kiew auf einen NATO-Beitritt verzichtet, die Separatistengebiete im Osten des Landes als unabhängige Staaten sowie die russische Herrschaft über die annektierte Halbinsel Krim anerkennt.

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