Mehr als 20 Tote?
Syrien soll Golan-Sturm mit Prämien angeheizt haben
Am Sonntag waren nach syrischen Angaben an der Grenze 23 Menschen getötet und 350 weitere verletzt worden. Sie hatten am sogenannten Naksa-Tag versucht, die Grenze zu den von Israel besetzten Golanhöhen zu überrennen. Das israelische Militär machte keine Angaben dazu, wie viele Menschen bei den Protesten getötet oder verletzt wurden. Die Armee teilte lediglich mit, dass eine syrische Mine detoniert sei, nachdem die Demonstranten Brandsätze geworfen hätten. Dabei sei es zu "zehn Opfern" gekommen. Ein Fotograf vor Ort berichtete dagegen von israelischen Scharfschützen, die gezielt auf Demonstranten geschossen hätten.
Das unter starkem Druck stehende Assad-Regime soll Gerüchten zufolge den Stumlauf durch satte Prämien für die Demonstranten sogar angeheizt haben. Syrische Bauern hätten 1.000 Dollar für ihre Anwesenheit bekommen, Familien von Todesopfern sollten sogar 10.000 Dollar erhalten, hieß es in einer Mitteilung der oppositionellen syrischen Reformpartei, die sich auf Geheimdienstinformationen berief.
Bauern als "Kanonenfutter für Israel" missbraucht?
Ein Sprecher des israelischen Außenministeriums in Jerusalem bestätigte am Montag, dass sein Land mittlerweile Beschwerde bei der UNO eingelegt habe. Der israelische Vize-Außenminister Danny Ajalon warf dem syrischen Präsidenten Bashar al-Assad vor, er setze die Demonstranten als "Kanonenfutter" gegen Israel ein. Israel habe das Recht und die Pflicht, seine Souveränität zu verteidigen, sagte er dem israelischen Rundfunk am Montag.
Das von den Muslimbrüdern und der noch jungen Demokratiebewegung bedrängte syrische Regime nützte die dramatischen Szenen, die sich auf den Golanhöhen abspielten, offenbar, um von den Massakern im eigenen Land abzulenken. Das syrische Staatsfernsehen strahlte am Sonntag eine Dokumentation mit dem Titel "Der Golan in meinem Herzen" aus.
Die israelische Armee war auch am Montag in erhöhter Alarmbereitschaft. Eine Armeesprecherin in Tel Aviv sagte, die Soldaten hätten Anweisung, niemanden von Syrien aus über die Grenze zu lassen.
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