Schönste Wanderrouten

Walderlebnispfad entlang des Marulbaches

Vorarlberg
25.03.2022 08:30

Rau und ursprünglich zeigt sich die Natur im Marultal. Auf dem Walderlebnispfad lässt sich diese Gegend auch mit Kindern ganz gut erkunden. Der Weg gestaltet sich nämlich spannend und abwechslungsreich.

Das Marultal ist Lebensraum für eine Reihe von Vertretern der heimischen Fauna und Flora. Raues Klima, teilweise extreme Schneelagen, Lawinen und ein mitunter karges Nahrungsangebot prägen das Gebirgstal. Nur speziell angepasste Tier- und Pflanzenarten können in solchen Verhältnissen überleben. Gämsen, Schneehühner, Birkwild, Adler und Uhu etwa zählen dazu. Dieses hochspezielle Ökosystem reagiert sehr empfindlich auf Störungen und obwohl das Marultal noch über einen hohen Anteil an naturnaher Landschaft verfügt, nimmt auch hier der Einfluss durch den Menschen zu. Das Gebiet ist Teil des Biosphärenparks Großes Walsertal, die langfristige Erhaltung dieser und anderer Naturräume ist ein erklärtes Ziel.

Auf dem Walderlebnispfad lässt sich diese einmalige Landschaft erkunden, zudem kann man an den verschiedenen Stationen viel Wissenswertes über die tierischen Bewohner, ökologische Zusammenhänge sowie die Pflanzenwelt erfahren.

Startpunkt ist Marul, ein Ortsteil der Gemeinde Raggal mit rund 200 Einwohnern auf einer Höhe von 978 Metern. Die Ortschaft war Jahrhunderte lang nur zu Fuß erreichbar und wurde erst 1934 mit einer Straße erschlossen. Das mag mit ein Grund sein, wieso die Natur hier noch so präsent und ursprünglich wirkt. Prägend für die Region ist der Lasanggabach, auch Marulbach genannt. Dieser trennt den kleinen Ortsteil mit der markanten Kuratienkirche vom Bergdorf Raggal.

In den Sommermonaten ist Marul ein beliebter Ausgangspunkt für Wanderungen. Markierte Wege führen unter anderem auf den Hohen Fraßen (drei Stunden), über die Laguzalpen zur Freiburger Hütte (fünfeinhalb Stunden) oder über die Tiefenseealpe und den Tiefenseesattel zur Elsalpe. Noch hat die Wandersaison nicht begonnen und Schnee hält sich hartnäckig in den höheren Lagen. Auch der Walderlebnispfad ist derzeit nur bedingt begehbar. Wer Kinder hat, sollte dieses Ausflugsziel jedoch auf seine Merkliste setzen. Die Strecke ist nicht sonderlich schwierig zu gehen, bietet jedoch viel Abwechslung und abenteuerliche Flussüberquerungen.

Auf der Sonnenseite
Los geht es auf der Forststraße beim Wanderparkplatz in Richtung Talboden. Derzeit liegt auf einem Teil der Strecke noch Schnee, doch ein ausgetretener Pfad zeugt davon, dass der Weg dennoch begangen wird. Während auf der Sonnenseite des Bachverlaufs bereits Frühling herrscht, sind die Steilhänge auf der Schattenseite teilweise noch eisverkrustet. Deutlich sind die Spuren größerer und kleinerer Lawinenabgänge zu erkennen, die teilweise bis zum Bachbett reichen. Im Winter ist das Gebiet aufgrund der großen Lawinengefahr gesperrt. Dank der warmen Temperaturen wird es aber wohl nicht mehr allzu lange dauern, bis der Rundweg komplett aper ist.

Neue Lebensgeister
In der Natur jedenfalls regen sich bereits neue Lebensgeister: In Seitenarmen und Tümpeln des Marulbaches haben Frösche und Kröten große Laichansammlungen hinterlassen. Die Eier von Amphibien sind in der Regel von einer im Wasser aufquellenden Gelschicht umhüllt. Daraus schlüpfen nach einiger Zeit kiementragende Larven (auch Kaulquappen genannt), die sich im Wasser bis zur Metamorphose weiterentwickeln. Echte Frösche setzen größere, klumpige Laichballen ab, während der Laich des Grasfrosches oft an die Wasseroberfläche aufsteigt und dort große „Fladen“ bildet. Laubfrösche heften ihre kleinen, etwa pflaumengroßen Laichballen gerne an Wasserpflanzen. Kröten hingegen spannen lange Laichschnüre zwischen untergetauchten Ästen und Pflanzen.

Fakten

Typ: familienfreundliche Rundwanderung
Dauer: je nach Streckenvariante 1,5 bis 2,5 Stunden reine Gehzeit; zurückzulegen ist eine 3,4 oder 5,6 Kilometer lange Strecke
Anstieg: zwischen 150 und 180 Höhenmetern
Ausrüstung: Laufschuhe mit guter Profilsohle, Jause und Getränk (kleiner Rucksack), dem Wetter angepasste Kleidung
Ausgangspunkt: Wanderparkplatz Marul
Einkehrmöglichkeit: Walser-klause (Öffnungszeiten Fr u. Sa 14 bis 21 Uhr; So 11 bis 21 Uhr)
Öffentliche Verkehrsmittel: Buslinie 78 bis Marul
Bester Zeitpunkt: April bis September

Tierische Bewohner
Einer der tierischen Bewohner des Marultales ist die Erdkröte (lat. Bufo Bufo), sie ist die größte mitteleuropäische Krötenart, ihre Haut ist mit auffälligen Warzen übersät. Die großen Wülsten hinter den Augen - Ohrdrüsen genannt - enthalten Gift, das Fressfeinde abschrecken soll. Der lateinische Name „Bufo Bufo“ leitet sich von den Lautäußerungen des Tieres ab.

Entlang des Walderlebnispfades finden sich zahlreiche Tierporträts zum Nachlesen. Weitere Höhepunkte auf der Tour sind unter anderem eine 300 Jahre alte Ulme, eine Klanghütte, ein Wasseruhr, sowie ein Grillplatz mit Hängematten (im Sommer). Die Rundwanderung ist gut ausgeschildert, die Begehung ist in zwei Varianten möglich (3,4 und 5,6 Kilometer). Nach einem kurzen Aufstieg führt der Retourweg durch den Ort zurück zum Wanderparkplatz.

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