Das letzte Abo-Konzert des Symphonieorchesters Vorarlberg im Zyklus 2025/26 erklang am vergangenen Wochenende. Tags darauf präsentierte es seine neue Saison.
Valentin Uryupin ist in Bregenz kein Unbekannter, hat er doch bei den Festspielen die Opern „Eugen Onegin“ von Tschaikowski und „Siberia“ von Umberto Giordano dirigiert, beides herausragende Produktionen. Nun stand er beim Abokonzert Nr.6 am Pult des SOV. Uryupin ist 1985 in der Ukraine geboren und wurde in Russland ausgebildet. Nicht nur dadurch zeigt sich die politische Dimension dieses Konzertprogramms, sondern auch mit der Werkauswahl. Diese stellte mit Gara Garayev und Sulkhan Tsintsadze zwei Komponisten der Sowjetära vor, dazu mit Igor Strawinski einen Russen, der in der Emigration lebte. Seine Ballettsuite „Der Feuervogel“ war sowohl als Komposition wie auch von der fabelhaften Leistung des Orchesters der Höhepunkt. Einmal mehr bewunderte man die zahlreichen souverän präsentierten Soli einzelner Orchestermusiker und man staunte, wie der reich besetzte Klangkörper die Forderungen des Dirigenten nach zartesten, fast aus der Zeit gefallenen Passagen zu erfüllen vermochte.
Der elegant agierende Uryupin scheint eine besondere Neigung zu leisesten Tönen zu haben, andererseits weiß er durchaus Steigerungen aufzubauen und die Blechbläser zum Schmettern zu bringen. So geschehen auch in der einleitenden Suite aus dem Ballett „Die sieben Schönheiten“ von Gara Garayev. Das im Vorfeld lebhaft angekündigte Cellokonzert des Georgiers Sulkhan Tsintsadze bot zwar dem Solisten Maximilian Hornung reichlichst Möglichkeiten, sein Können und seinen wunderbaren Ton zu zeigen – kein Wunder also, dass dieser eine gedruckte Notenausgabe des Konzertes von 1966 erarbeitet hat. Doch der Part des Orchesters ist eher dürftig, sieht man von den rhythmischen Passagen im Stil von Schostakowitsch ab. So erlebte das Publikum samstags im Montforthaus Feldkirch und sonntags im Bregenzer Festspielhaus ein ungewöhnliches, spannendes und sehr farbenreiches Konzert.
Auch das neue Programm des SOV, das am Montag im Casino Bregenz präsentiert wurde, bietet Mannigfaches. Es ist das erste, das der Geschäftsführer Gerald Mair verantwortet, natürlich in Zusammenarbeit mit Chefdirigenten Leo McFall. So erklingt zum 70. Geburtstag von Herbert Willi dessen Klarinettenkonzert, mit Sharon Kam, derselben Solistin, die 2006 das Werk bei den Salzburger Festspielen uraufgeführt hat, weiters neben Mozart die Große C-Dur Sinfonie von Schubert, dirigiert von Leo McFall (26. und 27. September). Eine Besonderheit ist auch das Gastkonzert mit dem Programm des Abokonzerts 5 in den Lechwelten (15. März) im Rahmen des Formats „Outreach“: Das SOV spielt meist in kleinerer Besetzung an besonderen Orten. Auch Gérard Korsten, „Ehrendirigent auf Lebenszeit“, kommt wieder, mit Beethovens Tripelkonzert und der „Ersten“ von Brahms (15. und 16. Mai 2027).
Das SOV hat derzeit 1400 Abonnenten, die Auslastung liegt bei 73 Prozent. So ergibt sich die Eigendeckung von 54 Prozent, die SOV-Präsident Manfred Schnetzer zu Recht als „hoch“ bezeichnet. Auch beim Festival „texte und töne“ und bei den Bregenzer Festspielen wirkt das SOV mit.
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