Bluttat in Rostock

D: S-Bahn-Toter war Opfer von Vatertags-Prügelei

Ausland
03.06.2011 17:09
Jener 45-jährige Mann, der am Donnerstag im deutschen Rostock auf einem Bahnsteig totgeprügelt wurde, ist Opfer einer Vatertags-Schlägerei geworden. Das teilte die Polizei am Freitagnachmittag mit. Der Mann war noch am Bahnsteig wiederbelebt worden, starb dann aber wenig später an seinen schweren Verletzungen. Tragisches Detail: Die Rauferei zwischen den Gruppen war eigentlich bereits beendet, als der tödliche Schlag erfolgte.

Schon kurz nach der Tat hatte die Polizei drei Verdächtigte festgenommen, wie der Leitende Oberstaatsanwalt in Rostock, Klaus Müller, am Freitag sagte. Als die Prügelei eigentlich schon vorbei war, soll einer der alkoholisierten Männer dem 45-Jährigen von hinten noch einen Schlag versetzt haben, so dass dieser mit dem Kopf gegen einen S-Bahnwagen geschlagen sei. "Es war ein Streit zwischen zwei Vatertags-Gruppen", sagte Müller - aus nichtigem Anlass.

Die entscheidenden Hinweise kamen laut Polizei von den Aufzeichnungen der Videokameras an den Bahnsteigen der Station Rostock-Warnemünde und von Zeugen. "Die Schlägerei ist auf dem Video deutlich zu sehen", sagte Müller. Der Anlass für den Streit sei nichtig gewesen: Die Gruppe des Opfers habe einen Leiterwagen gehabt, die andere Gruppe mit den Tatverdächtigen einen Einkaufswagen. Die Männer hätten darum gestritten, wer den schöneren Wagen hat. Bei den Tatverdächtigen handle sich um Männer im Alter von 23, 24 und 29 Jahren, die sich in einem Geschäft in Warnemünde versteckt hätten und wenige Stunden nach dem Vorfall noch am Abend gefasst worden seien.

"Reiner Zufall, dass Schlägerei auf dem Bahnhof stattfand"
"Dass die Schlägerei auf dem Bahnhof stattfand, war reiner Zufall", erklärte der Oberstaatsanwalt. Die Gruppen hätten sich auch überall sonst streiten und schlagen können. Die mutmaßlichen Schläger flohen nach der tödlichen Attacke. Nach der Festnahme der drei Männer werde noch nach zwei weiteren Verdächtigen aus der Gruppe der Prügler gefahndet. Eine Parallele zu anderen Fällen, wie den Übergriff auf Dominik Brunner in München (siehe Infobox), sieht Müller diesmal nicht. Allerdings hatten in den vergangenen Wochen immer wieder brutale Attacken in U- und S-Bahnhöfen - vor allem in Berlin - für Aufsehen gesorgt.

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