21.03.2022 09:27 |

Bluttat in Bayern

ICE-Messerattacke wohl doch islamistisch motiviert

Mehr als vier Monate nach einer Messerattacke in einem ICE zwischen Regensburg und Nürnberg gibt es eine Wendung: Die Ermittler gehen nun doch von einer islamistisch-extremistischen Tat aus. Der Verdächtige hatte Anfang November ein Messer mit acht Zentimeter langer Klinge gezückt und vier Männer verletzt.

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Die Ermittler hatten nach der Tat bei ihm etwa Propagandavideos der Terrororganisation „Islamischer Staat“ (IS) entdeckt. Der Generalbundesanwalt in Karlsruhe habe nun den Fall übernommen, teilte die Generalstaatsanwaltschaft München mit. Die Ermittler gehen seit geraumer Zeit davon aus, dass der Mann bei der Messerattacke im vergangenen November schuldfähig war.

Extremistische Motivation bislang unklar
Der damals 27-Jährige hatte vier Männer im Alter zwischen 26 und 60 Jahren angegriffen und verletzt. Der Syrer sitzt in Untersuchungshaft. Unklar war bisher, ob eine extremistische Motivation bei der Attacke eine Rolle gespielt haben könnte. Dem Mann werden unter anderem versuchter Mord in zwei Fällen, versuchter Totschlag sowie vorsätzliche Körperverletzung vorgeworfen.

Zunächst paranoide Schizophrenie als Diagnose
Kurz nach dem Angriff vom 6. November war ein Gutachter zunächst noch davon ausgegangen, dass der Verdächtige zur Tatzeit schuldunfähig gewesen sein könnte. Er war daraufhin in einem Bezirksklinikum untergebracht worden. „Ich bin krank. Ich brauche Hilfe“ - so soll sich der Mann bei seiner Festnahme sinngemäß geäußert haben. Paranoide Schizophrenie stand im Raum.

Dennoch übernahm zunächst die bei der Generalstaatsanwaltschaft München angesiedelte Bayerische Zentralstelle zur Bekämpfung von Extremismus und Terrorismus (ZET) die Ermittlungen. Das passiert immer dann, wenn bei einem Verfahren mit größerer Bedeutung eine extremistische oder terroristische Motivation denkbar ist.

Verdächtiger seit 2014 in Bayern wohnhaft
Der Verdächtige hatte sich nach der Attacke im ICE Passau-Hamburg widerstandslos festnehmen lassen. In seiner Hose fanden Polizisten ein blutverschmiertes Klappmesser mit einer Klingenlänge von acht Zentimetern.
Der Syrer wohnte nach früheren Angaben der Behörden seit seiner Einreise im Jahr 2014 durchgehend in Niederbayern. Seine Eltern und Geschwister lebten anderswo in Deutschland. Eine Abschiebung musste der in Damaskus geborene junge Mann nicht befürchten. 2016 wurde er als Flüchtling anerkannt.

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