12.03.2022 14:30 |

Kanzler „schockiert“

Drohnenabsturz in Zagreb: Video zeigt Krater

Kroatiens Premier Andrej Plenkovic hat Österreichs Bundeskanzler Karl Nehammer Samstag früh Handyaufnahmen jener Drohne geschickt, die kürzlich in Zagreb abgestürzt war. Demnach schlug der Militärflugkörper russischer Bauart nur 50 Meter neben einem Studentenwohnheim ein. Der Kanzler zeigte sich von den Aufnahmen „zutiefst schockiert“. Auch Plenkovic sprach von einem untragbaren Zustand.

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Die vermutlich verirrte Drohne war - krone.at berichtete ausführlich - in der Nacht auf Freitag über einem Park der kroatischen Hauptstadt abgestürzt. Verletzte gab es zum Glück keine - lediglich geparkte Autos wurden beschädigt. Bis zu 40 Fahrzeuge, heißt es. Der Krater ist rund drei Meter breit und gut einen Meter tief.

Altes Sowjet-Modell
Bei dem 14 Meter langen und sechs Tonnen schweren Flugkörper dürfte es sich um ein altes Sowjet-Modell vom Typ Tupolew Tu-141 handeln, das vermutlich von ukrainischem Gebiet aus gestartet wurde. Ob die Drohne allerdings aus ukrainischen oder russischen Beständen stammt, ist unklar.

Nehammer: „Direkte Auswirkungen“
Der Zwischenfall zeige, dass der Krieg in der Ukraine nicht weit weg von Österreich stattfinde, „sondern auch seine direkten Auswirkungen auf andere europäische Länder hat“, so Kanzler Nehammer zur „Krone“. „Umso wichtiger ist es, dass die Europäische Union geeint und stark zusammensteht und mit friedlichen Mitteln sowie harten Sanktionen gegen die russische Aggression in der Ukraine auftritt.“

Plenkovic: „Klare Bedrohung“
Kroatiens Ministerpräsident forderte in diesem Zusammenhang jedenfalls eine bessere Kooperation innerhalb der NATO und kritisierte die Reaktion des Militärbündnisses auf den Vorfall als „unzureichend“. Von Kiew bis Zagreb sind es Luftlinie rund 1200 Kilometer. Die Aufklärungsdrohne sei durch den Luftraum zweier NATO-Mitgliedstaaten (Rumänien, Ungarn, Anm.) geflogen, bevor sie nahe einem Wohngebiet abgestürzt sei, so Plenkovic am Samstag. Dies sei „nicht hinnehmbar“. Kroatiens Generalstabschef Robert Hranj sprach von einem „ziemlich ernsten“ Zwischenfall.

40 Minuten über Ungarn
Nach Angaben kroatischer Behörden befand sich die Drohne rund 40 Minuten lang im ungarischen Luftraum, ohne dass Kroatien alarmiert wurde. Ein NATO-Vertreter erklärte lediglich, die Luftraumverteidigung habe „die Flugbahn eines Objekts verfolgt, das schließlich in Zagreb abstürzte“. Laut Generalstabschef Hranj sei nun eine „intensive Untersuchung“ zu den Hintergründen des Vorfalls im Gange - dazu stehe das kroatische Militär in „engem Kontakt mit NATO-Kommandeuren“.

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