Traurige Kinderaugen. Er habe die „traurigsten Kinderaugen der Welt“ gesehen, berichtet „Krone“-Reporter Burghard Enzinger heute in seiner Reportage aus dem ukrainischen Lwiw, dem altösterreichischen Lemberg. Enzinger erzählt, dass diese Reise anfangs für ihn „ein Abenteuer“ gewesen sei, aber nun sei ihm bewusst geworden: „Es ist kein Abenteuer, es ist Krieg.“ Was ihn so erschüttert? „Das ganze Elend! Diese Menschen haben doch niemandem etwas getan.“ Fotograf Sepp Pail, der Enzinger begleitet, haut nicht leicht etwas um. In Jahrzehnten habe ich ihn nicht so emotional erlebt wie jetzt, als er sagt: „Es ist sehr traurig das hier mitzuerleben, aber eine Erfahrung, die man nicht vergisst. Schau dir meine Fotos an, dann verstehst du mich.“ Ja, man versteht. Schauen Sie sich sein Foto auf der Titelseite der Sonntags-„Krone“ an! Tief beeindruckt von seinen Erlebnissen in der Ukraine zeigt sich auch „Krone“-Reporter Christoph Engelmaier. Ihm hätten beim Anblick der vielen Kinder und Frauen an der rumänisch-ukrainischen Grenze „die Worte gefehlt“. Heute beschreibt er die Ankunft eines Hilfstransportes in Czernowitz. Und er ist auch besonders beeindruckt vom solidarischen Zusammenrücken der Bevölkerung. Ja, die Situation - sie macht uns sprachlos, erschüttert. Wie kann man damit umgehen? Unter anderem, indem man so wie viele unserer Leser spendet. Helfen wir, dass auch die traurigsten Kinderaugen wieder ein wenig leuchten können!
Putin-U-Ausschuss. Neben der konkreten Hilfe, bei der wir alle gefordert sind, gilt es, die Dinge auch beim Namen zu benennen - besonders für uns Journalisten. Zu benennen ist vor allem der Teufel, der hinter all dem aktuellen Elend in der Ukraine steckt - Russen-Despot Wladimir Putin. Christian Hauenstein meint, dass Putin offenbar nichts verstanden habe, wenn er jetzt den Westen dazu aufrufe, die Beziehungen zu Russland wieder zu normalisieren. Denn er werde für immer ein Paria sein. Wenig überraschend geht „Krone“-Postler Michael Jeannée noch einen Schritt weiter, wenn er von „Wladimir Putins Geisteskrankheit, auch Ukraine-Krieg genannt“ schreibt. Unser Außenpolitik-Doyen Kurt Seinitz geht auf den gestern Abend erfolgten schweren Österreich-Rüffel aus Russland („ein nur scheinbar neutraler Staat“) ein, wenn er schreibt: „Der Einschüchterungsversuch aus Moskau ist Ausdruck der Enttäuschung nach so vielen Jahren, in denen Putin in Österreich massiv hofiert wurde. Das war die Neutralität, die Russland gefällt, (aber dem Westen nicht gefiel).“ In eine ähnliche Kerbe schlägt Rudolf Anschober in seiner Sonntags-Kolumne. Der ehemalige Spitzenpolitiker der Grünen fordert dazu auf, Fehler der Vergangenheit zu klären. Er fragt sich, warum Österreich kaum reagiert habe, als Kritiker in Russland immer brutaler unterdrückt wurden. Und er weist darauf hin, dass sich einzelne Ex-Politiker „gut dotiert“ von Putin und Co. „einbinden“ ließen und fragt rhetorisch: „Was war das Interesse des Kremls daran?“ Um die Antwort zu geben: „Viele meinen: unsere Gesellschaft zu spalten und Kritik an Putin zu verhindern.“ Das hat viel für sich. Wie auch die Forderung des Ex-Ministers nach einem Untersuchungsausschuss, der die Einflussnahme Putins in Österreich klären sollte. Ja, da könnte manch Grauslichkeit ans Tageslicht kommen!
Einen schönen Sonntag!
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