06.03.2022 11:00 |

Heizen, Fleisch etc.

Was der Krieg alles teurer macht - und wieso

Lebensmittel, Heizkosten, Treibstoff & Co.: Nach dem Angriff auf die Ukraine wird sich vieles weiter verteuern. Wo wir bald noch tiefer in die Tasche greifen müssen.

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Kein Zweifel: Der Krieg in der Ukraine wird die bereits wegen der Pandemie (Lieferketten-Probleme, Chipmangel) stark gestiegenen Preise weiter anheizen. „Im März und April dürfte die Inflation auf 6,5 Prozent oder mehr steigen“, sagt Wifo-Experte Josef Baumgartner. Das heißt, im Durchschnitt wird alles um 6,5 Prozent teurer.

Das hat mehrere Gründe:

...Lebensmittel: Für Brot, Gebäck, Fleisch, Wurst etc. werden wir bald mehr bezahlen müssen, wofür es diverse Ursachen gibt. Zum einen die Verteuerungen bei Weizen und Mais, wo Russland und die Ukraine, wie berichtet, einen Weltmarktanteil von 30 bzw. 20 Prozent haben.

Zum anderen belasten die explodierenden Energiepreise unsere Landwirte. Baumgartner: „Aus Erdgas gewonnenes Ammoniak ist ein wichtiger Grundstoff für die Düngemittelerzeugung.“ Nun wird Dünger knapp und teuer. Auch für Diesel für Traktoren müssen Bauern mehr bezahlen - alles Kosten, die sie weiterreichen müssen. Baumgartner: „Am Ende der Staffel werden diese Preise auf die Konsumenten übergewälzt.“

Treibstoffe: Benzin und Diesel kosten bereits jetzt so viel wie noch nie, doch die Situation dürfte sich noch verschlimmern. „Russland gehört - mit den USA und Saudi-Arabien - zu den Top-3-Erdölproduzenten der Welt“, sagt Baumgartner. Wegen drohender Lieferausfälle stieg der Ölpreis auf den höchsten Stand seit neun Jahren. Baumgartner: „Das ist innerhalb weniger Tage an den Zapfsäulen zu sehen.“ Sprit verteuert sich sogar noch schneller als Öl, denn: „Um Diesel oder Superbenzin herzustellen, brauchen Sie Strom.“ Und auch der verteuerte sich.

Für Heizen, Licht und den Betrieb von Elektrogeräten werden wir noch mehr bezahlen müssen: „Der Verbund wird die Strom- und Gaspreise im Mai erhöhen.“

Russland ist nicht nur ein wichtiger Gaslieferant, sondern von dort kommt auch das Nickel, das westeuropäische Autohersteller für die hochqualitativen Batterien ihrer E-Autos brauchen, und 40 Prozent des weltweiten Palladiums für die Katalysatoren. Autos werden auch knapper und teurer, da oft Bordnetze und Kabelbäume in der Ukraine hergestellt wurden.

Vergil Siegl
Vergil Siegl
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