Sabine Krump aus Pregarten hält ein besonderes Handwerk am Leben: Sie macht den „Arme-Leute-Knopf“ aus Zwirn zu einem tollen Mode-Accessoire. Gelernt hat sie das von ihrer „lieben Oma“.
Ein goldenes Ringerl in der Nähschachtel der Oma hat Sabine Krump ein besonderes Hobby beschert. „Ich habe als Kind Fäden um das Ringerl gewickelt, das hat meine Oma auch immer so gemacht. Sie nähte nämlich oft Zwirnknöpfe. Mein erster Knopf war natürlich ein volles Wirrwarr“, erinnert sie sich.
Perfektionistin
Heute ist Krump eine Perfektionistin, die das uralte Handwerk, mit dem sich einst arme Familien im Mühlviertel ihr Einkommen aufbesserten, am Leben erhält. „Sie bekamen ein Paket mit Ringen und abgemessenem Garn und mussten in kurzer Zeit neue Knöpfe abliefern. Nicht nur Erwachsene, auch Kinder mussten mithelfen.“ Hergestellt wurden weiße Knöpfe für die meist weiße Bettwäsche.
Bunte Exemplare
Krump macht jedoch bunte Exemplare, entwickelt dafür neue Muster, manchmal bestickt sie einen fertigen Knopf noch weiter. Es sind kleine Kunstwerke, die längst als modische Accessoires gelten. Sie passen auf Trachtiges oder werden als Eyecatcher auf Mäntel oder Schuhe gesetzt. Fünf Lehrbücher über Zwirnknopf-Nähen hat Krump schon geschrieben. „Ich will einfach meine Erfahrungen teilen und weitergeben“, sagt sie.
„Knopfstubn“
In ihre „Knopfstubn“ im Zentrum von Pregarten kommen Besucher aus ganz Österreich. Hier hat sie auch das erste und einzige Zwirnknopfmuseum eingerichtet. Ihr ältestes Sammlerstück ist 350 Jahre alt. In unzähligen Döschen bewahrt sie Tausende Knöpfe auf, die die Geschichte der Knopfnäher im Mühl- und Waldviertel nacherzählen. „Es ist für mich wie ein Schatzkästchen“, schwärmt Krump. Aber es ist auch ein Ort des Kunsthandwerks und der edlen Handarbeit.
zwirnknoepfe.jimdofree.com
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