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Wintersport auch für Menschen mit Handicap

Auf welche Schwierigkeiten Menschen mit Behinderung stoßen, wenn sie einen Skiurlaub planen oder vor Ort Aufstiegshilfen und Pisten nützen möchten. Ein Experte für Inklusion berichtet darüber und welche Lösungen es bereits in den Skigebieten gibt.

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Ski und Koffer in das Auto laden oder Bahn fahren - und kurze Zeit später das Pistenvergnügen genießen. So einfach ist es für Menschen ohne Behinderung. Wer hingegen ein Handicap hat, muss leider mehr Planung investieren, wenn er Wintersport betreiben möchte. Denn noch immer sind nicht alle Fortbewegungsmittel, Hotels und auch Skigebiete auf diese Gäste eingestellt - und das, obwohl es ein Behindertengleichstellungsgesetz gibt. Demnach darf niemand aufgrund seiner Beeinträchtigung benachteiligt werden. Außerdem bedeutet Sport Integration - abgesehen von der wichtigen gesundheitlichen Komponente. Aber: Es gibt zudem viele positive Beispiele, wie Hans Popp, Inklusions-Experte und Hobby-Skilehrer (richtiger Begriff „Schneesportlehrer“) für Menschen mit Behinderung berichtet.

Ab in den Schnee - worauf muss man achten?
Zurück zur Planung einer Reise. Woran sollten Beeinträchtigte zuerst denken? Denjenigen, die im Urlaub die Pisten hinunterfahren möchten, rät er, sich als Erstes im Internet zu erkundigen. Alternativ ist eine telefonische Kontaktaufnahme mit dem jeweiligen Tourismusverband des Wunsch-Skigebietes sinnvoll. Danach muss man sich rechtzeitig überlegen, welches Sportgerät (z. B. Mono- oder Bi-Ski) benötigt wird - abhängig davon, ob man beinamputiert oder querschnittgelähmt ist, eine Prothese hat etc. „Der Bi-Ski etwa kann aktiv und passiv (durch eine Begleitperson) verwendet werden. Das Sportgerät besteht aus einer Sitzschale und Aufbauten, die auf zwei Skiern montiert sind“, erklärt Popp. „Denn nicht jeder Skiverleih hat alle Varianten auf Lager. In Tirol ruft man etwa bei einer Firma an, welche die Spezial-Ski an den jeweiligen Verleih liefert“, berichtet Hans Popp.

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Behinderten-Skilehrer gibt es nun seit rund 15 Jahren. Skischulen, die den sogenannten Quality Award erhalten, brauchen mindestens drei dieser speziell fortgebildeten Personen.

Hans Popp, Inklusions-Experte und Schneesportlehrer für Menschen mit Behinderung

Speziell ausgebildete Skilehrer
Auch, ob ein Lehrer benötigt wird, muss man vorab bedenken. „Behinderten-Skilehrer gibt es nun seit rund 15 Jahren. Skischulen, die den sogenannten Quality Award erhalten, brauchen mindestens drei dieser speziell fortgebildeten Personen“, so der Inklusions-Experte. Was hat sich sonst Positives in den Wintersportgebieten getan? „Seit rund 20 Jahren sind die meisten Bergbahnen gut zugänglich. Das beginnt bei einem nahen, speziell ausgeschilderten Parkplatz. Außerdem müssen Bergbahnen ebenerdig begehbar sein oder einen Aufzug zur Verfügung stellen. Ebenso hat die Kassa für Rollstuhlfahrer gut zugänglich zu sein. Auch barrierefreie Toiletten und Lokale (Türbreite!) muss es natürlich geben.“

Monika Kotasek-Rissel
Monika Kotasek-Rissel
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