Die Geschworenen in Wels haben die schwierige Aufgabe zu klären, was sich in der Halloween-Nacht in Thomasroith zugetragen hat. Alleine beim Prozessauftakt am Montag gab es in der ersten Stunde fünf Versionen des Tatgeschehens: von der Staatsanwältin, den drei Verteidigern und den Anwälten der Opfer.
Sanitäter flüchteten in Rettungswagen
Rasim D. (66) wird vorgeworfen, im Streit einen schwer alkoholisierten 24-Jährigen 60 Meter weit mit dem Auto mitgeschleift zu haben. Wenig später soll er zurückgekommen und nochmals auf den Gegner losgefahren sein. „I fihr di nieda, i bring di um“, soll er dabei gerufen haben. Seine Söhne, 25 und 28 Jahre alt, sollen anschließend auf Polizisten und einen unbeteiligten Zeugen losgegangen sein und diese bedroht haben. Wie wild es am Tatort zugegangen ist, zeigt der von der Anklägerin geschilderte Umstand, dass sich die gerufenen Sanitäter zeitweise im Rettungswagen einschlossen, um sich zu schützen.
„Gerade so mit dem Leben davongekommen“
Rasim D. und seine mitangeklagten Söhne – über sie sagt die Staatsanwältin, dass sie „völlig ausgezuckt sind“ – lieferten weitere, nicht immer übereinstimmende Versionen des Tatgeschehens. Der Hauptangeklagte sagte, dass er das Opfer sei, vom 24-Jährigen geschlagen und getreten worden sei. Er sei gerade so „mit dem Leben davon gekommen“, meinte er. Das Urteil ist für Mittwoch geplant.
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