Prozess in Wels

Nach Streit zu Halloween ist Mordversuch angeklagt

Oberösterreich
21.02.2022 14:28
Porträt von Krone Oberösterreich
Von Krone Oberösterreich

Ein 66-Jähriger soll in der Halloween-Nacht seinen Kontrahenten mit dem Auto mitgeschleift haben und anschließend auf den 24-Jährigen auch noch zugefahren sein. Seit Montag steht er in Wels wegen Mordversuchs vor Gericht. Auch zwei Söhne sind angeklagt.

Sechs Versionen einer Tat bekamen die Geschworenen am Montag gleich zu Beginn des Prozesses in Wels Von Staatsanwaltschaft, Verteidigern und dem Angeklagten zu hören. Auf der Anklagebank sitzen der 66-Jähriger, der seit 50 Jahren in Österreich lebt, und seine Söhne (25 und 28 Jahre alt). Der Vater soll bei einer Streiterei zu Halloween, seinen Kontrahenten mitgeschleift haben und später noch einmal mit dem Auto auf ihn losgefahren sein. Die Staatsanwältin wirft ihm deshalb Mordversuch vor. Sein Verteidiger Lorenz Kirschner sieht das anders: Losfahren auf eine Person sei nach einer OGH-Entscheidung nur eine gefährliche Drohung.

Angeklagter fühlt sich als Opfer
Zumindest das auf beiden Seiten, bei den Angreifern und den Opfern, Alkohol im Spiel war streitet niemand ab. Der Hauptangeklagte war mit 0,92 Promille im Auto in Thomasroith unterwegs. Deshalb habe er auch nicht die Polizei gerufen, als er von seinem Kontrahenten (24) beschimpft und angegriffen worden sei, sagt er vor Gericht aus. Er habe Angst um den Führerschein gehabt. Er fühle sich aber als Opfer und nicht als Täter, versuchte der schmächtige Pensionist dem Richter zu erklären. Er bekannte sich nicht schuldig.

Söhne kamen Mann zur Hilfe
Die ganze Aktion hatte auch mehrere Zeugen. Auch die  Söhne des Mannes waren am Tatort eingetroffen und, so die Staatsanwältin, "völlig ausgezuckt“. Sie sollen wilde Drohungen ausgestoßen, Polizisten verletzt und einen völlig unbeteiligten den Oberschenkel gebrochen haben. Auch ein Messer soll im spiel gewesen sein.

Urteil am Mittwoch
Verteidiger Lorenz Kirschner stellte ob der unterschiedlichen Schilderungen des Tatherganges einen Antrag auf Tatrekonstruktion mit den Geschworenen. Ein Urteil ist für 23. Februar geplant.

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