Flüchtlinge aus Syrien

Schwarz-blaue Kontroverse um 10 Asylwerber

Oberösterreich
22.02.2022 09:00

Nicht nur was Corona angeht, sondern auch in Asylfragen sind sich ÖVP und FPÖ in Oberösterreich offenbar nicht ganz einig: Während das schwarze Asylressort händeringend Flüchtlingsquartiere sucht, kritisiert ein FPÖ-Abgeordneter jenen Ort, der sich zunächst als einziger zur Aufnahme von Asylwerbern bereit erklärt hat.

Ende des vergangenen Jahres hatte Integrationslandesrat Wolfgang Hattmannsdorfer (ÖVP) alle 438 Gemeinden angeschrieben: Wer Asylwerber unterbringen könne, solle sich melden. Wie berichtet, gab es zunächst nur eine Rückmeldung: In Sandl im Bezirk Freistadt erklärte sich eine Einwohnerin bereit, drei Wohnungen zu vermieten.

Heftige Kritik in Sozialen Medien
Die Dankbarkeit dafür hält sich auf Landesebene – zumindest beim Koalitionspartner der ÖVP – in Grenzen: Der FPÖ-Landtagsabgeordnete Peter Handlos übt in Sozialen Medien heftige Kritik an dem Vorhaben der Mühlviertler Gemeinde und bestätigte diese auch im Gespräch mit der „OÖ-Krone“: „Eine Vorverurteilung liegt mir fern, aber es kommen halt nicht nur Goldstücke“, sagt er – und verweist auf die Bluttat in Leopoldschlag, wo im Oktober 2019 ein afghanischer Asylwerber zwei Einheimische ermordete.

„Nicht überinterpretieren“
„Mir ist klar, dass die Leute irgendwohin müssen – aber Sandl? Das ist ja nur ein paar Kilometer von Leopoldschlag entfernt“, meint Handlos, der auch FPÖ-Bezirkschef in Freistadt ist. In der ÖVP will man diese Haltung „nicht überinterpretieren“. Sandl sei eine SPÖ-Gemeinde, „da ist die Positionierung von Herrn Handlos verständlich“, heißt es aus dem Büro Hattmannsdorfer.

Widerstand nicht erfolgreich
Der SPÖ-Bürgermeister von Sandl, Gerhard Neunteufel, zuckt die Achseln: „Das ist halt seine persönliche Meinung.“ Erfolgreich ist Handlos mit seinem Widerstand ohnehin nicht: Laut Neunteufel haben Sozialabteilung des Landes und Bezirkshauptmannschaft bereits bestätigt, dass am 1. März zehn syrische Asylwerber in die Privatunterkunft einziehen. Probleme erwartet sich der Ortschef nicht – im Gegenteil: „Wir hatten schon Asylwerber, die haben beim Skilift und beim Zeltfestaufbau mitgeholfen und sich super integriert.“

Loading...
00:00 / 00:00
Abspielen
Schließen
Aufklappen
kein Artikelbild
Loading...
Vorige 10 Sekunden
Zum Vorigen Wechseln
Abspielen
Zum Nächsten Wechseln
Nächste 10 Sekunden
00:00
00:00
1.0x Geschwindigkeit
Oberösterreich
22.02.2022 09:00
Loading
Kommentare Banner - Die Stimme Österreichs

Da dieser Artikel älter als 18 Monate ist, ist zum jetzigen Zeitpunkt kein Kommentieren mehr möglich.

Wir laden Sie ein, bei einer aktuelleren themenrelevanten Story mitzudiskutieren: Themenübersicht.

Bei Fragen können Sie sich gern an das Community-Team per Mail an forum@krone.at wenden.

Top 3
Kostenlose Spiele
Vorteilswelt

Magazine der Kronen Zeitung