Nicht nur was Corona angeht, sondern auch in Asylfragen sind sich ÖVP und FPÖ in Oberösterreich offenbar nicht ganz einig: Während das schwarze Asylressort händeringend Flüchtlingsquartiere sucht, kritisiert ein FPÖ-Abgeordneter jenen Ort, der sich zunächst als einziger zur Aufnahme von Asylwerbern bereit erklärt hat.
Ende des vergangenen Jahres hatte Integrationslandesrat Wolfgang Hattmannsdorfer (ÖVP) alle 438 Gemeinden angeschrieben: Wer Asylwerber unterbringen könne, solle sich melden. Wie berichtet, gab es zunächst nur eine Rückmeldung: In Sandl im Bezirk Freistadt erklärte sich eine Einwohnerin bereit, drei Wohnungen zu vermieten.
Heftige Kritik in Sozialen Medien
Die Dankbarkeit dafür hält sich auf Landesebene – zumindest beim Koalitionspartner der ÖVP – in Grenzen: Der FPÖ-Landtagsabgeordnete Peter Handlos übt in Sozialen Medien heftige Kritik an dem Vorhaben der Mühlviertler Gemeinde und bestätigte diese auch im Gespräch mit der „OÖ-Krone“: „Eine Vorverurteilung liegt mir fern, aber es kommen halt nicht nur Goldstücke“, sagt er – und verweist auf die Bluttat in Leopoldschlag, wo im Oktober 2019 ein afghanischer Asylwerber zwei Einheimische ermordete.
„Nicht überinterpretieren“
„Mir ist klar, dass die Leute irgendwohin müssen – aber Sandl? Das ist ja nur ein paar Kilometer von Leopoldschlag entfernt“, meint Handlos, der auch FPÖ-Bezirkschef in Freistadt ist. In der ÖVP will man diese Haltung „nicht überinterpretieren“. Sandl sei eine SPÖ-Gemeinde, „da ist die Positionierung von Herrn Handlos verständlich“, heißt es aus dem Büro Hattmannsdorfer.
Widerstand nicht erfolgreich
Der SPÖ-Bürgermeister von Sandl, Gerhard Neunteufel, zuckt die Achseln: „Das ist halt seine persönliche Meinung.“ Erfolgreich ist Handlos mit seinem Widerstand ohnehin nicht: Laut Neunteufel haben Sozialabteilung des Landes und Bezirkshauptmannschaft bereits bestätigt, dass am 1. März zehn syrische Asylwerber in die Privatunterkunft einziehen. Probleme erwartet sich der Ortschef nicht – im Gegenteil: „Wir hatten schon Asylwerber, die haben beim Skilift und beim Zeltfestaufbau mitgeholfen und sich super integriert.“
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