„Wir lebten eigentlich schon länger getrennt, weil es keine gute Ehe war“, erklärte die Angeklagte reumütig und kaum hörbar bei ihrem Prozess. Der Gatte, mittlerweile läuft übrigens auch ein Scheidungsverfahren, bewohnte trotzdem noch immer eine Wohnung im Keller des Einfamilienhauses, seine Frau lebte im oberen Teil des Gebäudes. Eines Tages lagen die Nerven bei der Pensionisten wieder einmal blank. Mit einer Schneeschaufel schlug die schmächtige Frau gegen die Türe ihres Noch-Ehemannes und drohte ihm: „Ich bring dich um!“
Dass sie das gesagt hatte, gab sie vor Gericht auch zu, meinte aber: „Ich hätte ihm sicher nichts getan, ich war einfach sauer.“ Richterin, Schöffen und Geschworene glaubten es ihr, denn sie ist schmächtig und klein, er dagegen ein „gestandenes Mannsbild“.
Mann forderte 500 Euro Schmerzensgeld
Trotzdem forderte der Mann 500 Euro Schmerzensgeld. Er sei seit dem Vorfall nämlich traumatisiert, könne nicht mehr schlafen.
Die Richterin sprach ihm symbolische 50 Euro zu und bot der Angeklagten eine Diversion an, die die Frau auch annahm. Nun muss die Pensionistin 800 Euro bezahlen, dann wird das Verfahren eingestellt. Tut sie das, bleibt sie auch ohne Vorstrafe.
Da dieser Artikel älter als 18 Monate ist, ist zum jetzigen Zeitpunkt kein Kommentieren mehr möglich.
Wir laden Sie ein, bei einer aktuelleren themenrelevanten Story mitzudiskutieren: Themenübersicht.
Bei Fragen können Sie sich gern an das Community-Team per Mail an forum@krone.at wenden.