Mi, 15. August 2018

"Anwalt des Friedens"

14.05.2011 08:42

US-Gesandter Mitchell zurückgetreten

Nach gut zwei Jahren ohne Durchbruch im Friedensprozess ist der US-Nahostgesandte George Mitchell zurückgetreten. US-Präsident Barack Obama dankte Mitchell am Freitag für seinen Einsatz als "unermüdlicher Anwalt des Friedens".

Obama erklärte, Mitchell habe einen "unermesslichen Beitrag" für die Friedensbemühungen im Nahen Osten geleistet. Der Präsident betonte, dass die USA sich weiter für eine Lösung des Konflikts zwischen Israelis und Palästinensern engagieren und auf Mitchells "harte Arbeit" aufbauen würden. Mitchells Stellvertreter David Hale werde übergangsweise den Posten des US-Sondergesandten für den Nahen Osten übernehmen. Obama hatte Mitchell die Aufgabe bei seinem Amtsantritt Anfang 2009 übertragen.

Auch US-Außenministerin Hillary Clinton dankte Mitchell für seine Arbeit. Der frühere demokratische Senator stehe für die "besten Traditionen amerikanischer Diplomatie", sagte sie. In seinem Rücktrittsschreiben an Obama erklärte Mitchell, dass er die Absicht gehabt habe, den Posten zwei Jahre lang auszufüllen. Am kommenden Freitag wolle er das Amt nun niederlegen.

Obama kündigt Rede zur Entwicklungen im Nahen Osten an
Damit erlebt der scheidende Sondergesandte noch in seiner Funktion die Rede, die Obama am Donnerstag im US-Außenministerium halten will. Darin werde sich der Präsident "umfassend" zu den jüngsten Entwicklungen in den muslimischen Ländern im Nahen Osten und in Nordafrika äußern, sagte sein Sprecher Jay Carney. Die Rede wird auch vor dem Hintergrund der Tötung von Al-Kaida-Chef Osama bin Laden vor knapp zwei Wochen durch ein US-Sonderkommando in Pakistan mit Spannung erwartet.

Obamas stellvertretender Nationaler Sicherheitsberater, Ben Rhodes, hatte es kürzlich als eine "interessante zeitliche Überschneidung" bezeichnet, dass der Tod Bin Ladens mit dem politischen Wandel in der arabischen Welt zusammenfalle. In der Region entstehe ein gesellschaftliches Modell, das einen "vollkommenen Gegensatz" zur Ideologie Bin Ladens darstelle.

Unklar ist, ob Obama in der Rede auch eine neue Friedensinitiative im Konflikt zwischen Israelis und Palästinensern lancieren werde. Am kommenden Freitag empfängt der Präsident im Weißen Haus den israelischen Regierungschef Benjamin Netanyahu. Die Nahost-Friedensgespräche liegen seit vergangenem Herbst auf Eis. Damals waren Bemühungen zur Wiederaufnahme direkter Verhandlungen gescheitert, nachdem Israel sich geweigert hatte, ein Moratorium für den Bau jüdischer Siedlungen auf palästinensischem Gebiet zu verlängern.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentar schreiben

Sie haben einen themenrelevanten Kommentar? Dann schreiben Sie hier Ihr Storyposting! Sie möchten mit anderen Usern Meinungen austauschen oder länger über ein Thema oder eine Story diskutieren? Dafür steht Ihnen jederzeit unser krone.at-Forum, eines der größten Internetforen Österreichs, zur Verfügung. Sowohl im Forum als auch bei Storypostings bitten wir Sie, unsere AGB und die Netiquette einzuhalten!
Diese Kommentarfunktion wird prä-moderiert. Eingehende Beiträge werden zunächst geprüft und anschließend veröffentlicht.

Kommentar schreiben
500 Zeichen frei
Kommentare
324

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).

Newsletter

Melden Sie sich hier mit Ihrer E-Mail-Adresse an, um täglich den "Krone"-Newsletter zu erhalten.