Mi, 26. September 2018

Arzt erlitt Infarkt

09.05.2011 10:40

"Niemand tat etwas, obwohl der Mann leblos war"

Er ist Mediziner, er ist erst 52 Jahre alt und durchtrainiert: Doch es kann jeden treffen. Ein deutscher Arzt, der wegen eines Ärztekongresses am Wörthersee weilte, erlitt Sonntag früh beim Joggen einen Herzinfarkt und wäre wohl dem sicheren Tod geweiht gewesen, wenn die Rettungskette durch eine Veldener Familie nicht perfekt funktioniert hätte. Im "Krone"-Interview schildert Christian Falle (Bild oben), einer der Lebensretter, die dramatischen Ereignisse.

Gegen 8 Uhr war der 52-jährige Arzt aus Deutschland zu einer morgendlichen Laufrunde aufgebrochen. 50 Meter vom Haus der Veldener Familie Falle entfernt brach der Gast plötzlich zusammen: Herzinfarkt! Ein zufällig vorbeikommender Italiener (34) sah den leblos daliegenden Mann und alarmierte rasch die Rettung, wusste aber sonst nicht, was er tun sollte.

Zum Glück bemerkte Familie Falle den Wirbel vor der Hofeinfahrt und griff sofort ein: Denn Vater Christian ist Angehöriger der Rettungshundestaffel, Tochter Gabriele Krankenschwester, Freund Markus Krankenpfleger. Die Wiederbelebung glückte und der Deutsche wurde mit dem Hubschrauber ins Klinikum geflogen.

Im Interview mit "Krone"-Redakteurin Kerstin Wassermann schildert Christian Falle die dramatischen Ereignisse.

"Krone": Herr Falle, Sie haben einem Mann das Leben gerettet.
Christian Falle: Wir hoffen es. Die Lage war ernst. Der Mann ist 50 Meter vor unserem Haus zusammengeklappt.

"Krone": Sie wurden dazugerufen?
Falle: Einige Leute hatten wohl schon die Rettung alarmiert, aber sonst nichts getan, obwohl der Mann bereits leblos war. Schlimm - denn da geht es um jede einzelne Sekunde!

"Krone": Viele wissen vermutlich nicht, was sie tun sollen.
Falle: Das sollte aber jeder wissen. Zunächst die Vitalfunktionen prüfen: Puls, Atmung. Dann mit der Wiederbelebung beginnen: Herzmassage, Beatmung - unser Rhythmus waren 30 Massagen, zwei Beatmungen. So lange, bis der Notarzt übernehmen kann. Als wir gesehen haben, dass der Defibrillator beim zweiten Versuch gewirkt hat, waren wir sehr erleichtert.

"Krone": Ihre Familie ist in Erster Hilfe ausgebildet?
Falle: Zufällig, ja. Aber das könnte jeder sein. Es werden alle möglichen Kurse angeboten, nur nutzen zu wenige dieses Angebot von Rettungsorganisationen.

"Krone": Sie sind aber als Retter bereits erfahren.
Falle: Ich bin bei der Rettungshundestaffel des Samariterbundes und natürlich trainiere ich solche Situationen auch. Aber es war das erste Mal, dass ich wirklich in so einer Notsituation helfen durfte.

von Kerstin Wassermann, Kärntner Krone

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