So, 24. Juni 2018

Neuer Skandal

07.05.2011 15:23

Fukushima-Arbeiter erst jetzt von Ärzten untersucht

Immer neue Pannen, aber auch kleine Erfolge beim Krisenmanagement in Fukushima: Erst jetzt im Mai wurde damit begonnen, die etwa 800 Arbeiter, die in dem havarierten Atomkraftwerk in Japan eingesetzt werden, regelmäßig medizinisch zu untersuchen. Das berichtete die Nachrichtenagentur Kyodo am Samstag unter Berufung auf den Betreiberkonzern Tepco.

Einen Erfolg konnte Tepco indes aus dem hoch verstrahlten ersten Reaktor von Fukushima 1 vermelden: Dort sinkt angeblich die Radioaktivität, nachdem dort erstmals seit der Katastrophe Arbeiter eingesetzt wurden, die Filter einbauten. In Tokio protestierten unterdessen Tausende gegen Atomkraft.

Als Grund für die späte Untersuchung der rund 800 Arbeiter wurde eine Anordnung des Gesundheitsministeriums genannt, in der zunächst Untersuchungen erst nach Ende der Krise verlangt wurden - offensichtlich in der Erwartung, sie dauere nicht so lange. Von den Hunderten Arbeitern, die seit dem Erdbeben und dem Tsunami am 11. März in der Atomruine zum Einsatz kamen, seien 30 einer Strahlendosis von mehr als 100 Millisievert ausgesetzt gewesen, hieß es.

Strahlenwerte gehen erstmals zurück
Die Nachrichtenagentur Jiji Press berichtete am Samstag, in Reaktor 1 seien die Strahlenwerte seit Freitagmittag kontinuierlich zurückgegangen. Genauere Angaben wurden zunächst nicht gemacht. Die Arbeiter hatten den Reaktor am Donnerstag erstmals nach dem Beben betreten. Ausgestattet mit Schutzmasken und Spezialanzügen bauten die Arbeiter Filter gegen die Radioaktivität in der Luft ein. Mit den Filtern soll die radioaktive Belastung im Gebäude so weit gesenkt werden, dass längere Einsätze möglich sind - dann am Kühlsystem.

Der Betreiber Tepco (Tokyo Electric Power Company) hatte Mitte April einen Zeitplan für die Arbeiten veröffentlicht. Das Unternehmen hofft, die Reaktoren innerhalb von drei Monaten wieder zuverlässig kühlen zu können und in neun Monaten wieder die volle Kontrolle über die Anlage zu haben.

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