Eigene Ermittlerteams

Das Internet ist für Kriminelle immer attraktiver

Tirol
24.01.2022 17:00

Auch Verbrecher machen sich die vielfältigen Möglichkeiten des Internets immer öfter für ihre kriminellen Zwecke zunutze. Die Polizei geht mit speziellen Ermittlerteams in die meist schwierigen Fälle.

„Insgesamt ist die Internetkriminalität seit 2016 immer im Steigen“, bestätigt Gert Hofmann, stellvertretender Leiter des Tiroler Landeskriminalamtes. Der Grund dafür ist klar: „Mit der vermehrten Nutzung all der elektronischen Dienste hat die Kriminalität natürlich viele Angriffspunkte.“

Im Netz weit verbreitet sind Betrug und Erpressung. Und im sogenannten Darknet, dem unregulierten Teil des Internets, „gibt es praktisch jede Form der Kriminalität“, so Hofmann. Waffen und Drogen können dort erworben werden, auch Kinderpornografie beschäftigt die Exekutive immer wieder.

Zitat Icon

Gerade Internetkriminalität benötigt in der Regel ein spezielles Fachwissen. Das sind oft wirklich sehr professionelle Täter, die hier am Werk sind.

Gert Hofmann, LKA Tirol

Die Ermittler haben es oft mit Profis zu tun: „Gerade Internetkriminalität benötigt in der Regel ein spezielles Fachwissen. Das sind oft wirklich sehr professionelle Täter, die hier am Werk sind“, erläutert Hofmann. Deshalb glaubt er auch nicht unbedingt, dass sich jene Verbrecher, die früher als Taschendiebe oder ähnliches ihr Geld „verdienten“, nun dem Cybercrime zugewandt haben – obwohl dieser Verdacht naheliegen würde, schließlich hat diese Form der Kriminalität stark abgenommen.

Die Verbrecher agieren weltweit und professionell
Oftmals sitzen die Internetkriminellen gar nicht in Tirol. Dementsprechend anders verläuft die Arbeit der Ermittler. „Bei einem Raubüberfall war jemand an einem Ort und hat eine Tat begangen. Da hat man Zeugen, die etwas beobachtet haben, unter Umständen Bildmaterial, Fingerabdrücke oder DNA-Spuren“, erläutert Hofmann. Hier könne man klassische kriminalpolizeiliche Ermittlungsmethoden anwenden. Bei professionellen Internet-Verbrechern, die auch noch im Ausland sitzen, sieht das anders aus. Doch auch hier gibt es Anhaltspunkte und Fachleute, die daran ansetzen.

2011 wurde das Cyber-Competence-Center im Bundeskriminalamt eingerichtet, das als Zentrum für die Bekämpfung solcher Delikte dient. „Und wir haben auch bei uns im LKA Spezialisten, die sich mit Cybercrime, forensischer Datensicherung und dergleichen beschäftigen“, betont Hofmann. Weiters wurde vor einem Jahr die „Arbeitsgruppe Internet“ gegründet, die die Ermittlungsarbeit zusätzlich unterstützt.

Zitat Icon

Ohne Professionalisierung kann man hier nicht ermitteln.

Gert Hofmann, LKA Tirol

Unabhängig davon arbeiten in den Bezirken Tirols eigens geschulte Beamte. Diese Bezirks-IT-Ermittler unterstützen etwa bei Hausdurchsuchungen, bei Datensicherung oder -auswertung. „Das hat sich sehr bewährt“, berichtet Hofmann, der betont, wie wichtig die Fachleute sind: „Ohne Professionalisierung kann man hier nicht ermitteln. Der klassische Kriminalbeamte, der eigentlich alles machen kann – den gibt es nicht mehr.“

Das Internet birgt neben Gefahren auch Chancen
Wer sich auskennt, steht den Cyberkriminellen nicht machtlos gegenüber. „Es gibt auch im Internet durchaus vernünftige und erfolgversprechende Anknüpfungspunkte“, erklärt Gert Hofmann, betont aber, dass es nicht ganz einfach ist, den Verbrechern auf die Spur zu kommen. Er rechnet damit, dass die virtuelle Kriminalität in den nächsten Jahren weiter zunimmt. Dennoch: „Ganz so anonym, wie viele meinen, ist das Internet nicht. Gerade durch das Netz haben sich auch für uns viele neue und interessante Ermittlungsmethoden und -ansätze ergeben.“

Die Beamten machen sich das Internet übrigens nicht nur bei Online-Delikten zunutze. Auch bei Ermittlungen zu anderen Fällen ist es nützlich.

Loading...
00:00 / 00:00
Abspielen
Schließen
Aufklappen
kein Artikelbild
Loading...
Vorige 10 Sekunden
Zum Vorigen Wechseln
Abspielen
Zum Nächsten Wechseln
Nächste 10 Sekunden
00:00
00:00
1.0x Geschwindigkeit
Tirol
24.01.2022 17:00
Loading
Kommentare Banner - Die Stimme Österreichs

Da dieser Artikel älter als 18 Monate ist, ist zum jetzigen Zeitpunkt kein Kommentieren mehr möglich.

Wir laden Sie ein, bei einer aktuelleren themenrelevanten Story mitzudiskutieren: Themenübersicht.

Bei Fragen können Sie sich gern an das Community-Team per Mail an forum@krone.at wenden.

Tirol
Top 3
Kostenlose Spiele
Vorteilswelt

Magazine der Kronen Zeitung