Gerade erst repariert

Ukraine schießt russisches Öllager erneut in Brand

Ausland
25.06.2026 12:03
Porträt von krone.at
Von krone.at

In Russland vergeht kaum ein Tag, an dem ukrainische Drohnen nicht Raffinerien oder Treibstoffdepots in Brand schießen. Jüngstes Beispiel ist ein Öllager in der Region Krasnodar, das in der Nacht auf Donnerstag in Flammen aufging – und wohl die seit Wochen herrschende Sprit-Krise weiter verschärft.

Bewohner der südrussischen Region Krasnodar meldeten mindestens drei separate Brände im Öllager Poltawskaja. Wie auch die Nachrichtenagentur TASS unter Berufung auf örtliche Behörden bestätigte, wurde das Feuer offenbar durch Trümmerteile einer abgeschossenen Drohne ausgelöst. Die Anlage war erst vor einer Woche getroffen und notdürftig repariert worden.

Drohnenangriff weit im russischen Hinterland
In der Stadt Ufa stürzen nach der Abwehr eines Drohnenangriffs ebenfalls Trümmerteile in ein Industriegebiet. Es gebe keine Verletzten, und der Betrieb in den drei großen Ölraffinerien der Stadt laufe normal weiter, teilt der Gouverneur der Region Baschkortostan, Radij Chabirow, mit. Ufa liegt rund 1400 Kilometer östlich der Grenze zur Ukraine.

In einer abendlichen Videoansprache hatte der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj Präventivschläge gegen russische Einrichtungen angekündigt. Er habe die Geheimdienste und das Militär angewiesen, präventiv gegen Anlagen vorzugehen, die Russland für den Krieg nutze, meinte er.

Russland meldet mehrere Tote
In der russischen Grenzregion Brjansk kamen nach Angaben des kommissarischen Gebietsgouverneurs, Jegor Kowaltschuk, zwei Menschen ums Leben. Eine Drohne sei in ein Auto beim Dorf Solowa eingeschlagen und habe den 23 Jahre alten Fahrer und eine 15-jährige Mitfahrerin getötet.

Auf der von Russland annektierten Schwarzmeer-Halbinsel Krim sind nach Angaben der von Moskau eingesetzten Behörden mindestens zwei Menschen infolge ukrainischer Angriffe getötet worden. Eines der Opfer sei minderjährig, teilte der von Russland eingesetzte Krim-Chef Sergej Aksjonow mit. Zwei weitere seien bei der Attacke im Umland von Simferopol verletzt worden.

Laut Moskau Hunderte Drohnen abgewehrt
Das Verteidigungsministerium in Moskau teilte mit, dass in der Nacht 269 ukrainische Drohnen über russischen Gebieten und der annektierten Krim abgewehrt worden seien. Diese Angaben sind unabhängig nicht überprüfbar, lassen aber Rückschlüsse auf die Intensität ukrainischer Angriffe zu. Zu Folgen macht das Ministerium traditionell keine Angaben.

Russland überzieht die Ukraine seit mehr als vier Jahren mit einem zerstörerischen Angriffskrieg. Dabei werden in der Ukraine Tag für Tag Zivilisten getötet, immer wieder auch in Wohnhäusern, Kliniken, Schulen und Kindergärten.

Den Russen geht der Treibstoff aus
In den vergangenen Monaten weitete Kiew seine Gegenangriffe, mit denen es vor allem auf die russische Öl- und Gasindustrie und Militärobjekte zielt, stark aus. Die Ukraine will so die Treibstoffversorgung der russischen Armee stören und Einnahmen aus dem Energiegeschäft, die für Moskau wichtig zur Finanzierung seines Angriffskriegs sind, verringern. Menschen auf der Krim spüren die Folgen deutlich. Kiew hatte angekündigt, die Halbinsel von der Versorgung abschneiden zu wollen. Dort, aber auch in immer mehr Regionen Russlands, wird inzwischen Treibstoff knapp.

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