Zu viel Rotwild

“Trophäen-Kult der Jäger schuld an Waldproblemen”

Tirol
04.05.2011 18:19
Bei der Novelle des Jagdgesetzes will auch der 700 Mitglieder zählende Tiroler Forstverein mitreden. Der Grund: Der unverhältnismäßig hohe Wildbestand verursacht zunehmend Probleme, von Waldschäden angefangen bis hin zu TBC. Eine Forderung: Das übermäßige Anfüttern von Hirschen soll untersagt werden.

30.000 Stück Rotwild in Tirol, das ist laut einer Experten-Studie um ein Drittel zu viel. Schuld daran ist laut Forstverein auch das Tiroler Jagdgesetz, "das in Teilen aus den 1930er-Jahren stammt", erklärten am Mittwoch Eugen Sprenger, Präsident des Forstvereines, und sein Stellvertreter Kurt Ziegner. 

Doch Abhilfe ist in Sicht: Der zuständige LHStv. Anton Steixner (ÖVP) verhandelt mit Jägerverband und den Kammern über eine Novelle. Der Forstverein will dem Land nun ein Forderungspaket überreichen, das auch einige brisante Punkte enthält.

Kraftfutter für Hirsche verbieten
Kraftfutter für Hirsche soll verboten werden, damit die "Viehzucht mit Wildtieren" aufhört: "250 Hirsche bei einer Futterstelle in Steeg, das ist zu viel", meint Sprenger. Viele der Fehlentwicklungen seien auf den Trophäen-Kult zurückzuführen. Er tritt dafür ein, dass nur Heu verfüttert werden darf und auch das nur im Hochwinter.

von Philipp Neuner, "Tiroler Krone"

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