18.01.2022 10:55 |

50 Megabit pro Sekunde

ISS-Labor an Weltraumdatenautobahn angeschlossen

Das europäische „Columbus“-Labormodul an der internationalen Raumstation ISS hat einen eigenen direkten Anschluss an eine Hochgeschwindigkeitsdatenautobahn zur Erdoberfläche bekommen. Wie das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) in Köln mitteilte, ist das „Columbus Ka-Band Terminal“ (ColKa) nach Abschluss aller Tests nun bereit für den Dauerbetrieb.

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Über die neue Verbindung können in Echtzeit Daten aus wissenschaftlichen Versuchen auf die Erde übertragen werden. Die kühlschrankgroße Antenne des ColKa-Systems war nach Angaben des DLR bereits vor fast einem Jahr bei einem Außeneinsatz von Astronauten am „Columbus“-Modul befestigt worden. Danach folgten System- und Softwaretests. Diese sind inzwischen abgeschlossen, sodass das Forschungslabor nun einen eigenen Anschluss an die leistungsfähige Weltraumdatenautobahn „SpaceDataHighway“ hat.

Satelliten dienen als Verteiler- und Relaisstationen
Der „SpaceDataHighway“ stützt sich auf Kommunikationssatelliten, die permanent an einem bestimmten Punkt über der Erdoberfläche stehen. Sie dienen als Verteiler- und Relaisstationen für Daten, die andere Satelliten an sie weiterleiten. Diese geostationären Kommunikationssatelliten sammeln sie und übertragen sie zum Boden.

Auf diese Weise können große Datenmengen schnell und ohne jede Unterbrechung aus dem All übermittelt werden. Das ColKa-System sendet seine Daten aus dem „Columbus“-Forschungsmodul laut DLR etwa zu dem sogenannten EDRS-A-Kommunikationssatelliten, der in 36.000 Kilometern Höhe auf neun Grad östlicher Länge über dem Äquator steht. Von dort gehen die Daten an eine Bodenstation im britischen Harwell und weiter ins „Columbus“-Kontrollzentrum der DLR in Oberpfaffenhofen, wo alle Experimente gesteuert werden.

Übertragungsraten von 50 Megabit pro Sekunde
„Wir erreichen so Datenübertragungsraten von 50 Megabit pro Sekunde“, berichtete Daria Margiotta, Flugdirektorin in dem Kontrollzentrum in Oberpfaffenhofen. Dadurch ergäben sich für die Verantwortlichen am Boden völlig neue Möglichkeiten, aber auch Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler erhielten dadurch einen direkteren Zugriff auf die von ihnen konzipierten Experimente im All.

Das ColKa-System ist demnach eine Gemeinschaftsproduktion der europäischen Weltraumbehörde ESA und des europäischen Luft- und Raumfahrtkonzerns Airbus. Auch das „SpaceDataHighway“-System ist ein ESA-Projekt. Die Relaissatelliten übertragen Daten per Laser zur Erdoberfläche. Das erlaubt nach Angaben der ESA wesentlich höhere Übertragungsraten und ist zudem wesentlich abhörsicherer.

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