Überfüllte Gefängnisse
Häftlinge in England sollen früher freikommen
Um die überfüllten Gefängnisse in England und Wales zu entlassen, sollen manche Häftlinge bis zu 70 Tage früher freikommen als geplant. Infrage kommen jene, die zu einer Freiheitsstrafe von weniger als vier Jahren verurteilt wurden.
Ausgeschlossen sind Sexualstraftäterinnen und Sexualstraftäter sowie Terroristinnen und Terroristen. Derzeit gibt es in Männer- und Frauengefängnissen in England und Wales weniger als 1400 freie Plätze. Im Oktober trat ein Programm zum vorzeitigen Haftende in Kraft. Allerdings habe es keine Erfolge gebracht, schrieb die Zeitung „Times.“
Aufsichtsbehörde: „System unter Druck“
Kritik an den Regierungsplänen kommt von der oppositionellen Labour-Partei und der zuständigen Aufsichtsbehörde. „Wir sehen ein System, das auf allen Ebenen unter dem enormen Druck der schieren Fluktuation und der Zahl der Menschen im System ächzt“, sagte Chefinspektor Charlie Taylor. Ihm nach werden bis 2028 24.000 zusätzliche Plätze benötigt. Das sei „einfach nicht realistisch.“
Wenn man sie (Häftlinge, Anm.) einfach in einer Zelle schmachten lässt, allen möglichen Drogen und weiterer Kriminalität aussetzt, besteht die Gefahr, dass sie tatsächlich schlechter herauskommen, als sie hineingegangen sind.
Chefinspektor Charlie Taylor
Die Gefangenen bräuchten Unterstützung zur Rehabilitation, aber „wenn man sie einfach in einer Zelle schmachten lässt, allen möglichen Drogen und weiterer Kriminalität aussetzt, besteht die Gefahr, dass sie tatsächlich schlechter herauskommen, als sie hineingegangen sind.“
Opposition: „Nationaler Skandal“
Die Labour-Partei spricht von einem „nationalen Skandal“. Premierminister Rishi Sunak müsse „heute in der Öffentlichkeit reinen Tisch machen“, sagte Schatten-Justizministerin Shabana Mahmood. Das Entlassungsprogramm werde verheimlicht, die Regierung nenne keine konkreten Zahlen.








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