„Ein großartiges Jahr“ wünschte Bundespräsident Alexander Van der Bellen den Österreichern in seiner Neujahrsansprache. Freilich mit einer nicht unerheblichen Hinzufügung: „Trotz allem“. Dieses „Trotz allem“ hatte er zuvor deutlich angesprochen. Unter anderem ortet er „Wut, Zorn, Angst; Stimmen, die alles besser wissen, Stimmen von Misstrauen, Stimmen, die von Verschwörungen sprechen, von Unversöhnlichkeit, aber auch echte Verzweiflung.“ Heute seien diese Stimmen „zum Teil so laut, dass man sein eigenes Wort nicht mehr versteht. Geschweige denn das des anderen.“ Man müsse endlich wieder miteinander ins Gespräch kommen. Auch wenn sich der Bundespräsident selbst fragt, wie das wieder gelingen kann. Denn: „Wir begegnen uns ja kaum noch im öffentlichen Raum. Und online treffen wir meistens ja nur die, die ohnehin unsere Meinung teilen.“ Gegenseitig bestärkt hätten wir uns da genug. Jetzt ginge es darum, „jede Gelegenheit zum respektvollen Gespräch zu nutzen. In der Bahn, am Arbeitsplatz, in der Familie, wo auch immer. Es geht darum, wieder zu lernen, eine andere Meinung zu hören, zuzulassen und ein Argument dagegen oder dafür zu finden.“ All das sei Voraussetzung, nach dem Ende der Pandemie, „einander noch in die Augen schauen zu können und sich gemeinsam künftigen Herausforderungen zu widmen“. Das wird schwer. Aber es muss gelingen!
Keine Fledermaus. Zumindest vorerst wenig optimistisch zeigt sich das Staatsoberhaupt, was eine schnelle Überwindung der Pandemie betrifft. Man könne nicht einmal sagen, was die nächsten Tage bezüglich des Infektionsgeschehens und dessen Auswirkungen auf den Alltag bringen würden, geschweige denn die kommenden Wochen, sagte er bei seiner Neujahrsansprache. Während die Neuinfektionszahlen in Österreich im Gegensatz zu vielen anderen europäischen Ländern, in denen Omikron mittlerweile für Infektions-Rekordzahlen sorgt, noch relativ niedrig bleiben, zeigen sich dennoch bereits erste Auswirkungen. So teilte die Staatsoper am Nachmittag des Neujahrstages mit,Fledermaus“Wir werden alles dafür tun, den Spielbetrieb am 6. Jänner wieder aufzunehmen. Einen schönen Sonntag!
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