„Aktuell komme ich mir vor wie im Kasperltheater“, sagt Bernhard Adelsberger. Der Modehaus-Besitzer und Obmann der St. Johanner Kaufmannschaft sitzt auf Unmengen an unverkaufter Kleidung. Zum zweiten Mal geht ihm und seinen Kollegen das wichtigste Geschäft im Jahr verloren.
Heuer bleibt jedenfalls der 8. Dezember zu, dafür gehen am 19. Dezember die Türen auf. Theoretisch. „Aktuell glaube ich nicht, dass wir unter den Bedingungen an diesem Sonntag öffnen. Bei allem Respekt meinen 50 Mitarbeitern gegenüber, aber das rentiert sich nie und nimmer“, sagt Adelsberger. Doppelten Lohn und einen freien Tag extra bekommen Mitarbeiter, die sich freiwillig melden. Für den Unternehmer Adelsberger, der aktuell von rund 50 Prozent Umsatz im Vergleich zum Vorjahrs-Lockdown spricht, unrentabel. „Ich hoffe, dass unsere Kunden jetzt noch zuwarten, aber es ist derzeit eine Katastrophe. Es scheint, als ob niemand G’wand braucht, weil man eh nirgendwo hinkommt“, sagt der Modehändler.
Handel muss am Sonntag mancherorts öffnen
Andreas Rest muss an Sonntagen aufsperren. Wenn der Lift fährt, haben er und seine knapp 30 Mitarbeiter eine Sieben-Tage-Woche. Rest gehören vier Sportgeschäfte, zum Teil mit Ski-Verleih. Für ihn stellt sich vor allem die Frage, wann die Lifte am Aineck oder Groß- und Speiereck aufsperren. Davon hängt viel ab. „Es spielt für uns keine Rolle, ob am Sonntag oder Montag. Wir müssen aufsperren, wenn die Lifte in Betrieb sind“, sagt Rest. Sowohl für ihn als auch für Adelsberger bringen aber erst geöffnete Hotels und ihre Gäste den Hauptumsatz. Rund 50 Prozent des Ganzjahresumsatzes sind es bei Adelsberger. In einem normalen Jahr.
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