30.11.2021 16:00 |

Experten irrten

Trotz Corona: Deutlicher Rückgang bei Selbstmorden

Entgegen vieler Experten-Prognosen zu Pandemiebeginn, haben sich dieses Jahr in der Bundeshauptstadt bis inklusive Oktober weniger Menschen das Leben genommen als im mehrjährigen Schnitt. Aber: Suizidversuche Jugendlicher verdoppelten sich!

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„Die Suizidzahlen in Wien liegen, wenn man alle Altersgruppen betrachtet, rund acht Prozent unter den Zahlen aus den Vorjahren“, sagt Paul Plener, Leiter der Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie im Wiener AKH. Die Todesfälle liegen im niedrigen dreistelligen Bereich.

Corona-Hilfen wirkten
Begründet werden kann der Rückgang laut Plener einerseits damit, dass die Corona-Krise bis dato weniger Existenzen zerstörte, als ursprünglich befürchtet: „Die Covid-Hilfen haben offenbar gegriffen“, sagt er. Auf der anderen Seite wisse man aus der Suizidforschung, dass große gesellschaftliche Ereignisse den Zusammenhalt stärken: „Das war etwa auch nach den Terroranschlägen vom 11. September 2001 in den USA der Fall.“

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Wir haben bereits relativ früh in der Pandemie in Studien eine erhöhte Häufigkeit von Suizidgedanken bei Jugendlichen gefunden.

Paul Plener, Leiter der Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie im Wiener AKH.

Immer mehr Jugendliche von Selbstmordgedanken geplagt
Besorgniserregend ist indes die aktuelle Zahl an Suizidversuchen von Jugendlichen. Diese haben sich im Vergleich zum Vorjahr verdoppelt.

Suizidversuch mit nur 13 Jahren
Das jüngste Mädchen, das sich versucht hat, sich das Leben zu nehmen, war gerade einmal 13 Jahre alt: „Wir haben bereits relativ früh in der Pandemie in Studien eine erhöhte Häufigkeit von Suizidgedanken gefunden“, berichtet Plener, „Mit der ebenfalls gestiegenen Häufigkeit von depressiven Zustandsbildern und posttraumatischen Stresssymptomen hat sich hier eine Dynamik entwickelt, die sich im Verlauf der Monate zugespitzt hat.“ Die Pandemie hat dramatische Auswirkungen auf junge Menschen

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