Hilfe in der Krise

Suizidgedanken bei Jugendlichen ernst nehmen!

„Suizid zählt zu den häufigsten Todesursachen bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen weltweit und wird trotzdem immer noch als Tabu behandelt“, warnt Birgit Satke, Leiterin von Rat auf Draht zum Welttag der Suizidprävention, die Sorgen unserer Kinder zu verharmlosen. Beratungen zum Thema sind heuer schon um 20% angestiegen!

Die Verzweiflung ist groß. Viele junge Menschen können mit der aktuellen Krisensituation nicht mehr umgehen und wissen nicht, an wen sie sich wenden sollen. Manche wollen ihre Eltern und Freunde nicht belasten, schämen sich, andere fühlen sich allein und hilflos. Kurzschlusshandlungen entstehen vor allem bei Teenagern in der Pubertät aufgrund vermeintlicher Ausweglosigkeit. „Die Dramatik und Dringlichkeit der Themen hat seit dem ersten Corona-Lockdown stark zugenommen. Statt über Liebeskummer oder die erste Reise ohne Eltern führen wir immer mehr Gespräche zu Angstzuständen, Essstörungen und Suizid“, so Birgit Satke.

Wichtig: Suizidgedanken weder tabuisieren noch lächerlich machen und immer wieder kommunizieren, dass es Hilfe gibt! Wenn die eigenen Kinder betroffen sind, ist das für die Eltern eine zutiefst schwierige Situation. Trotzdem gibt es Dinge, die Sie als Elternteil tun können, weiß Corinna Harles von der Rat auf Draht Elternseite: „Es gilt, im offenen Gespräch zu bleiben und liebevoll nachzufragen. Nehmen Sie sich Zeit und nehmen Sie die Sorgen Ihrer Kinder ernst. Denn die Probleme fühlen sich für Betroffene unlösbar an. Auch dann, wenn sie von außen betrachtet, vielleicht so wirken, als könnten sie leicht gelöst werden. Scheuen Sie sich nicht, Suizidgedanken direkt anzusprechen“, so die Expertin. „Ebenso gilt es zu vermitteln, wie man sich entspannt. Aber auch, wie es ist, wenn es einem mies geht. Erzählen Sie von Momenten in denen es Ihnen schlecht gegangen ist. Beschreiben Sie, wie sich das angefühlt hat, dass sie möglicherweise gar keinen Ausweg gesehen haben und wie sich dieser dann aber doch ergeben hat“, so Harles.

Karin Podolak
Karin Podolak
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Dienstag, 21. September 2021
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