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An einem Strang ziehen! | Milder Verlauf

An einem Strang ziehen! Der fehlende Wille, gemeinsam gegen die vierte Covid-Welle in Österreich aufzutreten, hat fatale Folgen: Gestern wurden neuerlich fast 12.000 zusätzliche Infizierte und wieder 40 Corona-Tote gemeldet. Das Kommunikations- und Maßnahmenchaos treibe die Zahlen hoch, kritisieren Experten. Und so kommen nun die Appelle aus allen Richtungen. Vom Bundespräsidenten, den Experten - und  ganz laut auch von vielen „Krone“-Lesern: Reißt euch zusammen, zieht  an einem Strang! „Die Bruchlinien und Krater sind längst nicht mehr zu übersehen. Zwischen dem Gesundheitsminister und dem Altkanzler inklusive Neokanzler“, meint etwa Christian Stafflinger aus Linz in einem Leserbrief in der Dienstags-„Krone“. Klaus Ebner aus Gmunden schreibt: „Am meisten hat mich nicht das Virus entsetzt, sondern der Umgang damit.“  Und Sonja Blaschke-Pistracher aus Mautern an der Donau: „Liebe Politikerinnen und Politiker. Werdet ihr euch mal einig - wir würden es dann auch sein.“ Und:  „Hört mit den ewigen Streitereien auf. Dessen sind wir genauso müde wie des Virus selbst.“ Die Realität sieht freilich anders aus.  Bundeskanzler und Gesundheitsminister erwecken  ganz und gar nicht den Eindruck, an einem Strang zu ziehen - und wollen diesen Eindruck anscheinend auch gar nicht vermitteln. Doch  in dieser schweren Krisensituation hat Parteipolitik ausgeblendet zu werden. Wie es der steirische (ÖVP-)Landeshauptmann Hermann Schützenhöfer formuliert: „Wir sollten jeden Streit vermeiden. Die Bevölkerung goutiert das absolut nicht!“
Nein, liebe Politikerinnen und Politiker: Jetzt geht es wirklich nicht um euch, sondern um uns alle!  

Milder Verlauf. Einer der größten Brandstifter zündelt jetzt sogar vom Krankenbett aus. Ja, es ist ohne Häme zu sagen (auch wenn das vielen sichtlich schwer fällt): FPÖ-Chef Herbert Kickl hat sich mit dem Coronavirus infiziert. Laut eigener Aussage habe er eine „milde Symptomatik“. Milde stimmt ihn dieser Umstand ganz und gar nicht: Er bedauert in einem Facebook-Posting, an der für Samstag geplanten Demonstration „gegen die neuesten Auswüchse des Corona-Wahnsinns“ nicht teilnehmen zu können, denn diese Demo sei „notwendiger denn je“. Dass das Kickls größte Sorge in diesem Moment sei, findet „Krone“-Kolumnistin Conny Bischofberger „unfassbar“. Schadenfreude sei freilich nicht angebracht, schreibt Bischofberger, denn: „Schadenfreude ergötzt sich am Leid des anderen. Schadenfreude ist auf der ganzen Welt verbreitet, nicht nur ein österreichisches Phänomen.“ Und sie resümiert: „Als Covid-Genesene weiß ich, wie grausam Covid-19 sein kann. Deshalb wünsche ich Herbert Kickl alles Gute! Und - obwohl die fehlende Impfung leider dagegenspricht - einen möglichst milden Verlauf.“ Auch wenn es vielen angesichts der gefährlichen Rolle, die Kickl in dieser Pandemie einnimmt nicht leicht fällt: Tun wir das!

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