15.11.2021 18:00 |

Coronapolitik

„Die Gesellschaft darf nicht gespalten werden“

Seit Montag ist der „Lockdown für Ungeimpfte“ Realität. Die „Krone“ hat sich in beim Lokalaugenschein Dornbirn umgehört, wie die neuerlichen Verschärfungen bei der Bevölkerung ankommen.

Viel ist nicht los an diesem trüben Montag in Dornbirner Innenstadt: Der Straßen sind fast menschenleer, nur vor einer Apotheke hat sich eine kleine Schlange gebildet. Und auf dem Marktplatz bauen ein paar Handwerker die letzten Stände für den Weihnachtsmarkt auf. Wüsste man nicht um die Hintergründe, würde man sich einzig über die Polizeistreife wundern, die durch die Marktgasse patrouilliert.

Als den Beamten ein junger Mann entgegenkommt, wird amtsgehandelt: Höflich nach seinem Impfstatus befragt, zückt der Passant sein Handy - doppelt geimpft, alles bestens. „Bis jetzt gab es noch nichts zu beanstanden, die Leute halten sich an die Vorgaben“, berichtet Polizeiinspektor Michael Haider. Er betont, dass die Polizei die Menschen nicht abstrafen, sondern in erster Linie aufklären wolle: „Nur wenn jemand absolut uneinsichtig ist, wird ein Strafmandat ausgestellt.“

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Bei Vergehen bemühen wir uns in erster Linie um Aufklärung. Nur wenn jemand absolut uneinsichtig ist, wird ein Strafmandat ausgestellt.

Polizeiinspektor Michael Haider

Vor einem Strafmandat nicht zu fürchten braucht sich Tennisstar Tamira Paszek, die uns kurz darauf in einem Taschengeschäft über den Weg läuft. Die Profisportlerin ist nicht nur geimpft, sondern lässt sich zusätzlich noch regelmäßig testen: „Das sollte eigentlich eine Selbstverständlichkeit sein“, betont sie.

Eines wird beim Lokalaugenschein deutlich: Die Menschen sorgen sich weniger um den Lockdown als um die zunehmende Spaltung der Gesellschaft. „Ich finde es richtig, dass man gegen die Verbreitung des Virus ankämpft. Allerdings bin ich gegen die Stigmatisierung von Ungeimpften. Mir persönlich ist ein ungeimpfter, dafür aber frisch getesteter Kunde lieber, als ein geimpfter, der ewig keinen Test mehr gemacht hat“, sagt etwa Ambros Mayer, Inhaber des gleichnamigen Modegeschäfts. Die Erfahrung, dass die Gräben tiefer werden, hat auch Michaela Moosbrugger (Moses Tee Shop) gemacht: „Das Volk ist gespalten, einzelne Kunden verhalten sich sogar aggressiv - zum Glück kommen nur ganz selten Maskenverweigerer zu uns ins Geschäft.“

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