04.11.2021 14:35 |

Lage besorgniserregend

WHO: „Europa zurück im Epizentrum der Pandemie“

Europa hat sich nach Angaben des zuständigen Regionalbüros der Weltgesundheitsorganisation WHO erneut ins Zentrum der weltweiten Coronavirus-Pandemie gerückt. „Wir befinden uns an einem weiteren kritischen Punkt des Wiederauflebens der Pandemie“, sagte der Regionaldirektor der WHO Europa, Hans Kluge, am Donnerstag. Das derzeitige Tempo der Virus-Übertragungen in den 53 Ländern der WHO-Region Europa sei sehr besorgniserregend.

Es sei nicht die Zeit für Selbstgefälligkeit, warnte Kluge. Im Laufe der vergangenen vier Wochen habe Europa einen Anstieg der Neuinfektionszahlen um mehr als 55 Prozent erlebt, so der WHO-Experte. In der vergangenen Woche seien 59 Prozent aller weltweit nachgewiesenen Corona-Fälle und 48 Prozent aller damit in Verbindung stehenden Todesfälle auf die Region entfallen. Für die Zunahme gebe es zwei Gründe: unzureichende Impfzahlen sowie die Lockerung von Corona-Beschränkungen.

Heuriger Rekordwert auch in Deutschland
In Österreich bedeutete der Donnerstagswert von 8594 Neuinfektionen ein neues Jahreshoch für 2021. Auch Deutschland verzeichnete mit 33.949 Neuinfektionen einen Rekordwert in diesem Kalenderjahr. Kroatien mit 6310 und Slowenien mit 4511 neuen Fällen verzeichneten überhaupt neue Rekordwerte seit Ausbruch der Pandemie. In Ungarn stieg die Infektionszahl sprunghaft an - 6268 neue Fälle seien binnen 24 Stunden registriert worden, teilte die dortige Regierung mit. Das waren mehr als doppelt so viele wie Mitte der vergangenen Woche.

„Europa ist zurück im Epizentrum der Pandemie, wo wir schon vor einem Jahr waren“, sagte Kluge. Der Unterschied sei heute jedoch, dass man nun mehr Werkzeuge und Mittel zur Verfügung habe, um den Schaden für Gemeinschaften und die Gesellschaft zu mildern und zu verringern. Zu diesen Werkzeugen zählte Kluge in erster Linie die Impfstoffe gegen Covid-19. „Die Impfstoffe retten weiterhin Tausende und Tausende Leben.“

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Die Impfstoffe retten weiterhin Tausende und Tausende Leben.

Regionaldirektor der WHO Europa, Hans Kluge

Die Länder in Europa und Zentralasien befänden sich in ihren Impfkampagnen jedoch in unterschiedlichen Phasen: Durchschnittlich nur 47 Prozent der Menschen in der Region seien bisher vollständig geimpft - und während acht Länder auf über 70 Prozent kämen, liege die Quote in zwei anderen bei unter zehn Prozent.

Die in Kopenhagen ansässige WHO Europa zählt 53 Länder zur europäischen Region. Darunter sind neben der EU auch östlichere Teile des Kontinents wie Russland, die Ukraine und die Türkei.

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