03.11.2021 11:55 |

krone.at-Kolumne

Corona-Stufenplan: Eine Impfpflicht wäre ehrlicher

So viel ist klar: Der neue Stufenplan soll einmal mehr den Druck erhöhen, sich impfen zu lassen. Die letzte Stufe, der Lockdown für Ungeimpfte, bedeutet dann das ultimative Auseinanderdividieren unserer Gesellschaft. Warum diskutieren wir nicht gleich über eine Impfpflicht? Das wäre ehrlicher.

Bei dem vielen Schwachsinn, den Herbert Kickl gerade über das Impfen erzählt, hat er bei einem Punkt aber recht. Die neuen Maßnahmen samt Benachteiligung Ungeimpfter hat das Gerüchle einer Impfpflicht durch die Hintertüre. Die Stellschrauben sollen offenbar so angezogen werden, dass deren Leben eklatant vermühsamt wird. Ob das noch jemanden zum Jaukerl bringt?

Die nächsten Maßnahmen sind nicht weit
Wenn 600 Intensivbetten belegt sind, sollen nämlich nur die Ungeimpften in einen Lockdown. Für sie gilt dann eine Ausgangssperre mit den aus den vergangenen Monaten bekannten Ausnahmen für Arbeit, Supermarkt oder Apotheke. Doch wer denkt, dass diese Stufe nur ein abschreckendes Ziel in weiter Ferne ist, der irrt. Die Zahlen schießen gerade wieder so bedrohlich schnell in die Höhe - da sind die nächsten Maßnahmen nicht weit.

Ungeimpften wird das Leben schwer gemacht
Das übergeordnete Ziel dieses Stufenplans ist es, den Ungeimpften in unserem Land das Leben so zu erschweren, sodass sich der eine oder andere vielleicht doch noch aus reiner Bequemlichkeit in die Impfstraße bewegt. Das ist aber realistisch gesehen ziemlich utopisch. Keiner, den bisher die schlagenden Argumente der Impfung nicht überzeugen konnten, wird durch Druck von oben plötzlich seine Meinung ändern. Im Gegenteil: Das offensive Differenzieren schürt nur die gesellschaftliche Spaltung.

Herumlavieren wird nicht überzeugen
Angesichts dessen wäre es weit ehrlicher, offen über eine Impfpflicht nicht durch die Hinter-, sondern durch die Vordertüre zu sprechen. Das bedeutet freilich nicht, dass das sofort so kommen soll. Es geht um eine offene Diskussion über Für und Wider und ehrliche Worte seitens unserer Verantwortungsträger, wohin die Reise auf lange Sicht gehen soll. Das Herumlavieren aus „Wir wollen keine Impfpflicht“ und dem Lockdown für Ungeimpfte ist nicht besonders vertrauensbildend. Und eine Portion Vertrauen würde aktuell allen guttun.

Politik muss sich der Impfpflicht stellen
Die Politik wird also früher oder später nicht darum herumkommen, sich der unpopulären Frage zu stellen, ob eine Verpflichtung nicht klarer und effizienter wäre als das ewige Herumwursteln mit Versprechen, Druck und Benachteiligungen. Klare Worte wären hier heilsam. Egal, in welche Richtung.

Katia Wagner
Katia Wagner
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