Mädchen (8) tot

Mann soll absichtlich in Schülergruppe gerast sein

Ausland
01.11.2021 15:29

Nach einem tödlichen Unfall vor einer Kindertagesstätte im hessischen Witzenhausen am Freitag wird gegen den verantwortlichen Fahrer wegen Mordes ermittelt. Nach Aussage eines Zeugen bestehe der dringende Verdacht, dass der Mann eine „aktive Lenkbewegung in Richtung der Grundschüler getätigt und folglich den Tod eines Kindes und die Verletzung mehrerer Kinder vorsätzlich herbeigeführt hat“, teilten Polizei und Staatsanwaltschaft am Montag mit.

Der 30-jährige Mann aus Witzenhausen war am Freitagmorgen gegen 8 Uhr mit einem Kleinwagen in eine Gruppe von Schulkindern gefahren, wodurch ein achtjähriges Mädchen zu Tode kam. Zwei weitere Mädchen, sieben und acht Jahre alt, wurden schwer verletzt. Der verantwortliche Fahrer war im Anschluss an das Geschehen zunächst selbst in ein Krankenhaus eingeliefert und dort medizinisch behandelt worden.

Im Laufe der weiteren Ermittlungen habe sich schließlich bei der Polizei ein bis dato unbekannter Zeuge gemeldet, „der relevante Angaben machen konnte, die das (Unfall-)Geschehen in einem völlig anderen Licht erscheinen lassen“, so das Polizeipräsidium Nordhessen in einer Mitteilung.

„Aktive Lenkbewegung“
„Aufgrund der Aussage des Zeugen sowie der vorläufigen Bewertung des beauftragten Sachverständigen besteht der dringende Verdacht, dass der 30-Jährige eine aktive Lenkbewegung in Richtung der Grundschüler getätigt und folglich den Tod eines Kindes und die Verletzung mehrerer Kinder vorsätzlich herbeigeführt hat“.

Ermittlung wegen heimtückischen Mordes
Vor diesem Hintergrund habe die Staatsanwaltschaft Kassel „Ermittlungen wegen Heimtückemordes, versuchten Heimtückemordes, vollendeter gefährlicher Körperverletzung und gefährlichen Eingriffs in den Straßenverkehr aufgenommen“.

Fahrer in Psychiatrie eingewiesen
Der verantwortliche Fahrer wurde inzwischen aufgrund einer „beträchtlichen psychischen Erkrankung“, die nach derzeitigem Erkenntnisstand „ursächlich für den Tatentschluss“ gewesen sein könnte, in einer Psychiatrie untergebracht. Hinweise für einen extremistischen bzw. terroristischen Hintergrund lägen nicht vor, betonte die Polizei.

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