24.10.2021 06:00 |

„Krone“-Gastkommentar

(Un)bewaffnet

Vor knapp einem Jahr, am 2. November 2020, erlebte Wien eine seiner dunkelsten Stunden: Ein IS-Terrorist hat sich - im wahrsten Sinne des Wortes - aufmagaziniert: Mit einer Kalaschnikow, einer Pistole, einer Machete, einem ganzen Sack voll Munition und einem Sprengstoffgürtel, wobei sich Letzterer später als Attrappe entpuppen sollte. Alles andere? Leider real. Wahnsinn in Wien.

Der Mann, der einst auf dem Weg in seinen „heiligen Krieg“ Richtung Syrien gehindert und von der Türkei wieder in unser Heimatland zurückgeschickt worden ist, schießt plötzlich in der Innenstadt wie wild um sich. Er tötet vier Menschen, verletzt weitere 38 (davon 23 schwer) und wird am Ende - nur neun Minuten nach dem Beginn seiner Wahnsinnstat - von einem Beamten der Spezialeinheit WEGA erschossen. Ein Projektil blieb - übrigens und gottlob - im Schaufenster meines Investmentcenters in der Marc-Aurel-Straße stecken.

Sie, liebe Leserinnen und Leser, dürfen mir nun gerne Befangenheit unterstellen: Ja, ich habe als Wiener Polizist begonnen und bin stolz darauf. Und gerade deswegen möchte ich eine Lanze für eine mit Schusswaffen ausgestattete Polizei brechen. Was passiert, wenn dem nicht so ist, konnten wir leider wieder in Norwegen beobachten: In Kongsberg hat ein radikalisierter Däne mit Pfeil und Bogen fünf Menschenleben ausgelöscht. Die Polizei dort? UNBEWAFFNET!

Das darf nicht sein. De facto sprechen die neun Minuten von Wien für sich.

Christian Baha, Kronen Zeitung (Gastkommentar)

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Sonntag, 05. Dezember 2021
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