AK unzufrieden

Vorwiegend profitieren Männer vom Familienbonus

Wirtschaft
20.10.2021 11:44

Die Arbeiterkammer (AK) zeigt sich mit Steuerreform und Budget unzufrieden, kämen doch Frauen als Leistungsträger in der Corona-Krise zu kurz darin. Als Beispiel führt die Arbeiterkammer den Familienbonus an, von dem vorwiegend Männer profitierten.

2019 seien rund 70 Prozent der Bezieher Männer gewesen, knapp 30 Prozent waren Frauen. Männer erhielten durchschnittlich 2187 Euro, Frauen 1436 Euro, wie Berechnungen der AK ergaben.

Video: Erhöhter Familienbonus soll 6400 Jobs bringen

AK: „Maßnahmen für Frauen fehlen“
Damit kamen die über 681 Millionen Euro Familienbonus zu 78,34 Prozent Männer zugute, lediglich 21,66 Prozent davon Frauen. Die Arbeiterkammer ist freilich nicht generell gegen den Familienbonus, beklagt aber, dass darüber hinaus Maßnahmen für Frauen fehlten. Die AK fordert etwa mehr Geld für Kinderbetreuung und Pflege, eine Förderung der partnerschaftlichen Teilung von Familien- und Erwerbsarbeit per Familienarbeitszeit (500 Euro für Halbe-Halbe bei der Elternteilzeit) und volle Lohntransparenz in Betrieben.

Laut einer Studie von Sora im Auftrag der AK sind 65 Prozent aller Arbeitskräfte im systemrelevanten Bereich Frauen. Gemeinsam ist diesen Tätigkeiten, dass sie nicht oder nur schwer von zu Hause ausgeführt werden können. Zudem hätten die Beschäftigten zum Teil viel Kontakt zu Menschen und dadurch ein größeres Ansteckungsrisiko.

„Frauen waren und sind die Leistungsträgerinnen der Coronakrise“
Besonders hoch ist der Frauenanteil unter den Kindergartenpädagogen (88 Prozent), Kassierern und Regalbetreuern (86 Prozent), Reinigungs- (83 Prozent) und Pflegekräften (82 Prozent). Gleichzeitig waren es Frauen, die den zeitweisen Ausfall der Kinderbetreuung ausgeglichen haben. Frauen waren und sind die Leistungsträgerinnen der Coronakrise, so die AK. Das Budget spiegle das aber nicht wider, hieß es.

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