Schlag auf Schlag geht es bei der Energie Ried. Nach dem turbulenten Sonder-Stadtsenat am Dienstag, bei dem der nur noch bis 18. November amtierende Bürgermeister Albert Ortig (ÖVP) mit seiner eigenwilligen Abberufung der aktuellen Geschäftsführer abgeblitzt ist, gingen am Donnerstag gleich zweimal die Wogen hoch.
Weil die vorläufige Schadenssumme bereits die fünf Millionen Euro übersteigt, haben wir den Akt mit derzeit zwei Beschuldigten an die Kollegen in Wien übermittelt.
Staatsanwaltschaft Ried
Zunächst informierte die Staatsanwaltschaft Ried über die Weiterleitung des Falls an die Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft. „Weil die vorläufige Schadenssumme bereits die fünf Millionen Euro übersteigt, haben wir den Akt mit derzeit zwei Beschuldigten an die Kollegen in Wien übermittelt. An den Ermittlungen wird sich nichts ändern. Nur die Beamten des Landeskriminalamts haben nun einen neuen Chef“, erklärt Alois Ebner von der Staatsanwaltschaft Ried.
Betrug mit Pensionen und Leitungslängen
Wie berichtet, stehen die zwei ehemaligen Geschäftsführer unter schwerem Betrugsverdacht. Es gilt die Unschuldsvermutung. Sie sollen über mehrere Jahre der Aufsichtsbehörde E-Control falsche Leitungslängen übermittelt haben, um damit höhere Gewinne zu erzielen. Laut eines Protokolls der Aufsichtsratsitzung vom März soll auch mit Pensionen getrickst worden sein. Der Stromregulierungsbehörde wurde statt Pensionsauszahlungen für die Sparte Strom die Summe aller Auszahlungen (also etwa auch aus den Bereichen Gas und Wasser) übermittelt.
Aufsichtsräte trafen sich mit Ortig
Von den hohen Gewinnen ihres Unternehmens profitierte auch die Stadt. Weshalb immer wieder die Rolle Ortigs, der als Eigentümervertreter die Generalversammlung des Unternehmens darstellt, hinterfragt wird. So auch am Donnerstagabend, als sich die Aufsichtsräte mit Ortig trafen.
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