„Krone“-Kommentar

Ist die EU den Quälgeist los?

Kolumnen
13.10.2021 06:00

Zu den ersten Gratulanten des neuen Bundeskanzlers zählten die EU-Kommissionspräsidentin von der Leyen und EU-Ratspräsident Michel. Man könnte meinen, sie hätten es kaum erwarten können. Von der Leyen wünschte Schallenberg eine „glückliche Hand“.

In den EU-Tintenburgen Brüssels machen sie ja gar keinen Hehl daraus, wie wenig sie Sebastian Kurz vermissen. Der Quälgeist hatte immer neue Widerstandsgruppen gegen Pläne der EU-Kommission mobilisiert. Kurz erwarb sich in Brüssel den Ruf eines „Bremsers“, obwohl „Realist“ die treffendere Bezeichnung gewesen wäre.

Die Freude in Brüssel könnte bald enttäuscht werden, wenn Schallenberg anrückt. Schon in seinem ersten Statement ließ er keine Zweifel darüber aufkommen, dass zwischen ihm und Kurz kein Löschblatt passt. Der EU-Veteran kennt die inneren Mechanismen der EU besser also so mancher EU-Kommissar. Die österreichische EU-Politik stammt aus seinem Baukasten.

So viel Geduld, wie sie Österreich zum Beispiel zur EU-Coronapolitik 2020 aufgebracht hat, muss erst einmal nachgemacht werden. Österreich möchte niemandem in der EU seine Haltung oder Bedingungen aufdrängen, erwartet das aber auch von Brüssel. Und Österreich zahlt aus den Vertragsverpflichtungen Rechnungen, mit denen es nicht einverstanden ist - Stichwort: Euratom.

Mehr solche Mitglieder würde ich der EU wünschen!

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