Drama bei München
Schwesternpaar (8 und 11) ermordet: Polizei ratlos
Die 41 Jahre alte Mutter hatte die Kinder am Mittwochabend gegen 22.30 Uhr alleine gelassen, um in der 100 Meter entfernten Gaststätte ihres 52 Jahre alten Lebensgefährten zu helfen. Als die beiden gegen 4.40 Uhr nach Hause kamen, fanden sie die Kinder leblos in der Wohnung. Sofort alarmierte Polizisten und ein Notarzt versuchten vergeblich, die Mädchen wiederzubeleben. Der genaue Todeszeitpunkt der Kinder ist noch offen.
"Keinerlei Tatverdacht"
"Die bisherigen Ermittlungen haben keinerlei Tatverdacht ergeben", sagte der Leiter der Münchner Mordkommission, Markus Kraus, bei einer eigens einberufenen Pressekonferenz am Freitag. Es gebe auch keine Anhaltspunkte für ein Sexualdelikt. Die Sonderkommission "Margarete" - benannt nach dem Namen der Straße, in der das Verbrechen geschah - ermittle in alle Richtungen. Das Landeskriminalamt hat eine Belohnung in Höhe von 5.000 Euro für Hinweise zur Aufklärung des Doppelmordes ausgesetzt.
Haustür war unverschlossen
Die Haustür war in der Tatnacht unverschlossen, jeder konnte sie von außen öffnen. "Wenn die Kinder alleine waren, war die Türe nicht versperrt, damit die Kinder die Wohnung verlassen konnten, etwa im Brandfall", sagte Kraus. "Es gibt nach jetzigem Stand offensichtlich keine Einbruchspuren." Ob es riskant war, die Kinder bei unverschlossener Türe alleine zu lassen, wollte er nicht beurteilen: "Zur Bewertung des Umstandes, dass die Kinder alleine waren, werden wir keine Einschätzung abgeben."
Leiblicher Vater nicht unter Verdacht
Ob das Tatmesser aus dem Haushalt stammt, wie groß die Wohnung war und wo genau die Kinder gefunden wurden - zu all diesen Fragen wollten die Ermittler unter Verweis auf Täterwissen nichts sagen. Bekannt hingegen ist, dass die Mutter getrennt vom leiblichen Vater lebt, der nach Medienberichten in der Tatnacht in Hamburg gewesen sein soll. Das Verhältnis der Kinder zum Vater soll demnach gut gewesen sein, auch die Mutter soll sich liebevoll um ihre Kinder gekümmert haben.
Parallelen zum Fall Vanessa im Jahr 2002
Bei manchen Menschen werden nun Erinnerungen an den Fall Vanessa in Augsburg wach. Das zwölfjährige Mädchen war ein Zufallsopfer. Der Mörder, selbst erst 19 Jahre alt und mit schwieriger Vergangenheit, war Anfang 2002 mit einer Totenkopfmaske verkleidet in das Haus eingedrungen, während die Eltern auf einem Ball waren. Er erstach das schlafende Kind mit einem Küchenmesser - ohne ersichtliches Motiv, offenbar aus reiner Lust am Töten.
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