Viele Schlaglöcher

SPÖ: Straßen in der Landeshauptstadt desolat

Burgenland
25.03.2011 12:57
Eine holprige Angelegenheit ist, wenn es nach der SPÖ Eisenstadt geht, das Fahren auf vielen Gemeindestraßen in der burgenländischen Landeshauptstadt. Von den rund 70 Kilometern Straßennetz seien etwa 30 Kilometer zumeist so geschädigt, dass ihre Sanierung einem Neuaufbau gleichkomme. Die Sozialdemokraten fordern deshalb ein Erhaltungsprogramm, so Vizebürgermeister Günter Kovacs. "Das stimmt sicher nicht", kommentierte man im Rathaus die SP-Darstellung. Für den Straßenneubau und Erhaltungsmaßnahmen würden heuer insgesamt etwa 1,4 Millionen Euro aufgewendet.

Unter dem Motto "Eisenstadt in Schlaglöchern" präsentierten Kovacs und zwei SPÖ-Gemeinderäte den Medienvertretern Aufnahmen von Straßenzügen, die neben Schlaglöchern auch Risse und defekte Künetten zeigten. Schon vor vier Jahren hatte die SPÖ eine ähnliche Aktion gestartet. "Diese schlechten Zustände unserer Gemeindestraßen in Eisenstadt ziehen sich wirklich durch das ganze Stadtgebiet", erklärte der Vizebürgermeister. Gut 100 Fotos seien kürzlich bei einer Begehung gemacht worden. "Das ist nicht der Mond, das ist Eisenstadt", meinte Kovacs angesichts von Großaufnahmen.

"Zustände in Westeuropa nicht üblich"
Das Problem sei, dass die Schäden teils schon bis in den Frostschutz und die ungebundene Tragschicht reichten, die sich unter der drei bis sechs Zentimeter dicken Verschleißschichte und der bituminösen Tragschicht befinden, erläuterte Gemeinderat Gerald Gebhardt. "Wenn der Straßenkörper derartig aufgerissen ist, wird Feinmaterial nach unten eingetragen." Dadurch sei der Frostschutz nicht mehr gegeben. Eine Sanierung müsse deshalb viel tiefer ansetzen. Gebhardts Resümee: "Wir haben hier Zustände, die in Westeuropa nicht üblich sein sollten."

Wenn man mit der Sanierung "zu spät" dran sei, komme man pro Laufmeter Straße bei einer Breite von fünf Metern auf Kosten von 145 Euro, rechnete der SP-Klubobmann im Rathaus, Otto Kropf, vor. Bei rechtzeitiger Sanierung würde man mit 55 Euro pro Meter auskommen: "Das ist ein Kostenunterschied von 300 Prozent."

Maßnahmen der Stadt nur "Tropfen auf den heißen Stein"
Bereits im vergangenen Herbst habe die SPÖ im Gemeinderat ein Erhaltungsprogramm für die Gemeindestraßen gefordert, so Kovacs. Berichten zufolge verfüge die Stadt über 2,7 Millionen Euro Budgetüberschuss. Damit könne man "sofort, wenn man das jetzt umlegt, 18,6 Kilometer Gemeindestraßen errichten." Die von der Stadt für Sanierungsmaßnahmen heuer vorgesehenen 370.000 Euro seien hingegen "der berühmte Tropfen auf den heißen Stein".

Bürgermeisterin setzt auf "nachhaltige Sanierungen"
In Eisenstadt werde jährlich bei der Budgeterstellung von Experten auch eine Liste angefertigt, anhand der das Straßenbauprogramm gemacht wird. "Es gibt eine Prioritätenliste und einen Maßnahmenplan. Das wird Schritt für Schritt abgearbeitet", so der Sprecher von Bürgermeisterin Andrea Fraunschiel (ÖVP), Maximilian Schulyok. Bei Frostschäden handle es sich außerdem um kein Eisenstädter, sondern ein österreichweites Problem.

Mitarbeiter der Stadtgemeinde hätten bereits begonnen, jene Arbeiten durchzuführen, die in Eigenleistung gemacht werden können: "Es wird darauf geachtet, dass es auch nachhaltige Sanierungen sind." Ab dem 4. April sei auch eine Firma im Einsatz, um größere Schäden zu beheben. Neben der Beseitigung von Frostschäden seien heuer auch Straßenbauprojekte mit Gesamtkosten von 1,1 Millionen Euro geplant, verwies Schulyok auf anstehende Vorhaben.

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