08.10.2021 16:55 |

Röbisschlucht

Eine spektakuläre Kletterpartie über wildem Wasser

„Krone Vorarlberg“-Autorin Rubina Bergauer war wieder in den heimischen Bergen unterwegs. Knapp oberhalb eines rauschenden Gebirgsbaches ging es für sie über den Klettersteig durch die Röbischlucht in Gargellen. Ihr bot sich ein imposantes Naturschauspiel, das diesen Klettersteig zu einem besonderen Erlebnis macht.

Gargellen liegt auf 1423 Metern Seehöhe und ist der höchstgelegene Ort in der Talschaft Montafon. Durch die Ortschaft fließt der Suggadinbach, der wahrscheinlich für die Namensgebung verantwortlich war: Das Wort Gargellen leitet sich wahrscheinlich vom Rätoromanischen ab und wird mit „Wasserstrudel“ übersetzt.

Bei der heutigen Tour handelt es sich nicht um eine Bergwanderung, sondern um eine Kletterpartie. Diese führt entlang des Röbibachs durch ein enges, wildes Tobel - Schwindelfreiheit und Trittsicherheit sowie eine entsprechende Kletterausrüstung sind also Voraussetzung für diesen Ausflug. Ausgangspunkt ist der Parkplatz der Schafbergbahn. Von dort geht es zu Fuß ein Stück talauswärts bis zum Hotel Mateera. Hier wird die Straße gequert, man folgt dem Forstweg bergan. Schließlich weist die Beschilderung über eine schmale Holzbrücke und verwachsenes Gelände dem Röbibach entlang bis zur Einstiegsstelle.

Der Klettersteig ist mit dem Schwierigkeitsgrad B/C angegeben und somit auch für Anfänger geeignet. Wer allerdings das erste Mal kletternd unterwegs ist, sollte sich von einem Profi begleiten beziehungsweise einweisen lassen. Zum unbedingt notwendigen Know-how gehören das Anlegen des Gurtes sowie die sichere Handhabung der Karabiner. Letzteres kann zu Tourbeginn am Übungsseil vor dem Einstieg in die Schlucht noch einmal geprobt werden. Danach geht es über Eisentritte entlang der glatten Felswand in entgegengesetzte Richtung des Bachverlaufs. Das Rauschen und Tosen des Wassers einige Meter unter den Füßen sorgt für eine fulminante Geräuschkulisse. Mit ungebändigter Kraft strömt der Röbibach durch sein enges Bachbett talwärts und sorgt so für ein beeindruckendes Naturschauspiel.

Fakten

Die Silberdistel

Die Silberdistel wird unter anderem auch Eberwurz oder Wetterdistel genannt und gehört zur Familie der Korbblütler. Die ausdauernde, krautige Pflanze ist fast stängellos, ihre Wurzel reicht bis zu einem Meter tief. Die Blütezeit reicht von Juni/Juli bis September/Oktober. Die inneren Hüllblätter reflektieren UV-Strahlung, wodurch Insekten, die ultraviolettes Licht wahrnehmen, wissen, wo Nektar zu finden ist. Durch die mindestens zehn Millimeter lange Kronröhre kann die Bestäubung nur durch langrüsslige Insekten wie Hummeln, Bienen oder Falter erfolgen. Als Standort bevorzugt die Pflanze sonnenwarme Magerwiesen, vor allem in Kalkgebieten mit geringen Niederschlägen. Die Silberdistel gedeiht in Höhenlagen von bis zu 2800 Metern und ist österreichweit in allen Bundesländern anzutreffen. Der Name Wetterdistel rührt daher, dass die abgestorbenen Hüllblätter sich bei erhöhter Luftfeuchtigkeit nach oben krümmen und so die Röhrenblüten vor Niederschlag schützen. Schließen sich die Hüllblätter, ist also Regen zu erwarten, bei trockener Luft hingegen spreizen sie sich auseinander.

Wer eine Klettertour plant, sollte vor Beginn einiges beachten: Nach Regenfällen sind die Steige rutschig, je nach Witterung und Jahreszeit ist zudem auch Hochwassergefahr gegeben. Gebirgsbäche können stark anschwellen und führen dann mitunter auch große Mengen an Gesteinsschutt, Erdreich, Holz und Geschiebe mit. Hauptcharakteristika von Wildbächen im Alpenbereich sind das starke Gefälle sowie stark variierenden Abflussmengen. Daher ist es wichtig, den Wetterbericht genau im Auge zu behalten.NaturgewaltenBei all den Gefahren, die ein reißender Wildbach einerseits birgt, beeindruckt ein solches Gewässer andererseits durch seine ungezügelte Kraft, die Stein und Fels über Jahrhunderte formten und formen. Dieser Naturgewalt wird man sich in der Röbischlucht eindrücklich bewusst.

Der Fels ist an manchen Stellen glatt geschliffen wie eine Hauswand, der Bach hat sich tief in sein Bett durch Stein und Schutt gegraben, Baumstämme liegen in bizarren Formationen aufgehäuft.Kleiner WasserfallMehrmals muss während der Klettertour das Wasser gequert werden. Der letzte Übergang fordert etwas Geschick. Nach einem engen Durchschlupf (Schwierigkeitsgrad B) geht es über einen umgefallenen Baum ans andere Flussufer. Ist dieser Abschnitt geschafft, ist es nicht mehr weit zum Höhepunkt der Tour, einem wildromantischen, kleinen Wasserfall. Hier ist es möglich, kurz stehenzubleiben und den Anblick auf sich wirken zu lassen, bevor es zur letzten und schwierigsten Etappe geht. Parallel zum Wasserfall klettert man die steile, nasse Felswand empor (Schwierigkeitsstufe C). Oben angekommen ist der Ausstieg aus dem Klettersteig erreicht. Zunächst allerdings geht es noch - am Drahtseil gesichert - einen abschüssigen Hang hinauf bis zum Waldrand.

Fakten

Tipps & Infos:

Typ: Klettersteig Schwierigkeitsgrad: B/C

Ausgangspunkt: Gargellen

Dauer: 1,5 bis 2 Stunden

Aufstieg: ca. 230 Meter Achtung: nicht über den Klettersteig wieder absteigen (Gegenverkehrsproblematik)

Anforderungen: gute Grundkondition, Schwindelfreiheit, Trittsicherheit

Anmerkung: der Steig ist unter fachmännischer Anleitung auch für etwas größere, sportliche Kinder geeignet

Ausrüstung: komplette Kletterausrüstung und Helm (kann auch in diversen Sportgeschäften ausgeliehen werden), Schuhe mit guter Profilsohle

Einkehrmöglichkeiten: verschiedene Gasthäuser direkt in Gargellen

Öffentliche Verkehrsmittel: mit der Buslinie 87 vom Bahnhof Schruns

Zum Schluss führt eine kleine Wanderung vorbei an der landschaftlich schön gelegenen Rongalpe zurück nach Gargellen.

Rubina Bergauer
Rubina Bergauer
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