In Dom und Stiften

Reinemachen bei Engeln unterm Kirchengewölbe

Die Einlegung einer Zeitkapsel in die Turmkreuzkugel beendete die erste Etappe der Jahrhundertsanierung des Linzer Mariendoms, wir berichteten gestern darüber. Insgesamt werden 600 Kirchen in OÖ zukunftsfit gemacht. Obwohl es im Vorjahr wieder Tausende Kirchenaustritte gab, ist kein Bauvorhaben gefährdet.
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Der Zahn der Zeit nagt nicht nur am Sandstein des Mariendoms, sondern auch an den kunstvollen neugotischen Gemäldefenstern: „Sie sacken ab, Fugen im Rahmen entstehen, dort dringt Wasser ein“, erklärt Dombaumeister Wolfgang Schaffer. Auch Granatsplitter aus dem Zweiten Weltkrieg haben in der Glasmalerei ihre Spuren hinterlassen.

Fenstersanierung im Dom
Noch während der letzten Arbeiten für die Turmsanierung, die 3,5 Millionen Euro kostete, startete darum die Sanierung der Fenster an der Westseite. Eine Schutzverglasung wird außen vorgesetzt. „Und die Fenster werden in der Glaswerkstatt in Schlierbach restauriert“, erzählt Schaffer. Die Rettung des Domjuwels geht weiter: „Wir wollen pro Jahr einen Altar herrichten sowie die Goldmosaike und das Kunstgut.“ Die Jahrhundertsanierung ist bis 2030 anberaumt und wird 13 bis 14 Millionen Euro kosten.

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Der Kirchenbeitrag ist notwendig, um unsere Kirchen zu erhalten. Auch ohne Ehrenamtliche wäre keine einzige Sanierung durchführbar.

Reinhold Prinz, Finanzdirektor und Ökonom, Diözese Linz

600 Projekte am Laufen
Der Linzer Dom ist aber nicht die einzige Baustelle, die die Diözese und die Pfarren in OÖ zu stemmen haben. Insgesamt sind derzeit 600 Projekte am Laufen, die in unterschiedlichsten Phasen stecken. „Vom ersten Antrag bis zur Endabrechnung des Bauprojekts“, heißt es aus der Diözesanfinanzkammer. Die aktuell größten Baustellen: In der Stiftskirche in Kremsmünster steht eine Dachbodenreinigung und Gewölbesanierung an. In der Stiftskirche in Schlierbach werden alle Figuren vom Staub befreit. Hunderte Staubsaugerbeutel wurden bereits in den ersten Tagen aus der Kirche getragen. Rohrbach/Berg sieht dagegen schon einem Ende entgegen: „Bis Weihnachten wollen wir das Gerüst im Altarraum entfernt haben, bis ins Frühjahr werden noch Bilder, Figuren und auch die Orgel restauriert“, sagt Koordinator Albert Ettmayer.

Kirchenaustritte sinken
Der Großteil der Gelder für Sanierungen wird von Pfarren aufgetrieben, Sponsoren und ehrenamtliche Helfer sind ganz wichtig. Ein Viertel der Kosten wird aus den Kirchenbeiträgen gedeckt, die Schar der Beitragszahler aber wird kleiner. Im Jahr 2020 traten 10.108 Personen aus, das waren rund 1000 weniger als noch ein Jahr zuvor. 679 traten wieder oder neu in die Kirche ein. Insgesamt gibt es derzeit 927.906 Katholiken in OÖ. „Es musste bisher aufgrund fehlender Mittel aber noch kein Projekt verschoben werden“, heißt es aus der Diözese Linz.

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Montag, 08. August 2022
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