"Kulturhotspot"

Große Pläne für Eisenstädter Schlossbezirk

Burgenland
23.03.2011 15:52
Die Esterhazy Gruppe und die Esterhazy Betriebe GmbH lassen sich offenbar vom derzeit am Gericht anhängigen 11-Millionen-Euro-Rechtsstreit mit dem Land Burgenland (siehe Infobox) nicht aus der Ruhe bringen. Ihre ambitionierten Zukunftspläne: Bis 2020 sollen zwischen 140 und 150 Millionen Euro in den Eisenstädter Schlossbezirk investiert und die Stadt stärker als Kulturstandort positioniert werden.

Man rechne mit 60 bis 65 Millionen Euro für die Sanierung des Schlosses Esterhazy in Eisenstadt, sagte Stefan Ottrubay, Generaldirektor der Esterhazy Betriebe GmbH, am Dienstagvormittag bei der Präsentation der Jahresbilanz. Der Umsatz der Esterhazy Gruppe, welche vor allem im Agrar- und Immobilienbereich tätig ist, belief sich 2010 auf rund 37,8 Millionen Euro. Im vergangenen Jahr beschäftigte die Gruppe 289 Mitarbeiter.

Keine staatlichen Mittel aufgrund Budgetknappheit
Das Investment in den Schlossbezirk werde man "wahrscheinlich nicht" alleine stemmen, sondern je nach Projekt mit "verschiedenen Finanzierungsmöglichkeiten" operieren. Ottrubay rechnet aber weitgehend ohne staatliche Mittel aufgrund der Budgetknappheit der öffentlichen Hand.

Für die Renovierung des Haydn-Saals im Schloss Esterhazy baue man auf Sponsoren und Stiftungen. Weiters sei der Ausbau der Stallungstrakte, die Sanierung des Parks und nötige Begleitmaßnahmen sowie ein Stadthotel geplant. 2011 und 2012 gebe es eine "intensive Planungsphase" und ab 2013 sollen dann in fünf bis sieben Jahren die Baumaßnahmen "in Schritten" realisiert werden, so Ottrubay.

Schloss soll zu "Kulturhotspot" werden
Die Esterhazy Betriebe GmbH will das Schloss Esterhazy in den nächsten Jahren zu einem "Kulturhotspot" entwickeln. Mit dem Schloss sei kulturell "mehr machbar" als das Land Burgenland gemacht habe, so der Esterhazy Kulturverantwortliche Karl Wessely. Es habe 2010 eine neue Programmierung gegeben, zum Beispiel ein Streichquartettfestival und ein Klassikfestival im Schlossgarten. Von April bis August 2011 sei ein Festival Esterhazy mit internationalen Stars der klassischen Musik geplant.

Land war "rücksichtsloser Mieter"
Im Jahr 2010 wurde das Schloss Esterhazy nach Ende eines 40-jährigen Pachtvertrages mit dem Land Burgenland wieder zurück übernommen: Derzeit ist ein Rechtsstreit mit dem Land wegen behaupteter Verletzung der Instandhaltungspflicht in der Höhe von 11 Millionen Euro am Gericht anhängig.

Das Land Burgenland habe im Schloss für 1.800 Quadratmeter Bürofläche und 3.000 Quadratmeter Veranstaltungsräume eine durchschnittliche Monatsmiete von 1.800 Euro gezahlt, so Ottrubay. Die vereinbarte "massive Gegenleistung" des Landes wäre die Erhaltung des Schlosses gewesen. Das Land sei aber ein "rücksichtsloser Mieter" gewesen und Teile des Schlosses seien deswegen in einem schlechten Zustand. Er erwarte aber in den nächsten Monaten vernünftige Gespräche mit dem Land.

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