Aus Respekt für Japan

“Apokalyptische” Spiele verschoben – Publisher spenden

Spiele
15.03.2011 12:24
Die Wirklichkeit hat die Fiktion eingeholt: Nach dem verheerenden Erdbeben in Japan sind ganze Landstriche ausradiert, Häuser liegen in Schutt und Asche – ein Szenario, wie man es sonst nur aus Kinofilmen oder Videospielen kennt. Aktuelles Beispiel: Sonys "MotorStorm Apocalypse" für die PlayStation 3. Die Veröffentlichung des post-apokalyptischen Arcade-Rennspiels (Bild) wurde in Japan mittlerweile verschoben. In Österreich soll das Spiel wie geplant an diesem Freitag erscheinen. Auch andere Hersteller halten ihre Spiele bis auf unbestimmte Zeit zurück.

Wie der Gaming-Blog Kotaku berichtet, hat auch Sega die Veröffentlichung von "Yakuza: Of the End" verschoben. Das Action-Adventure, das ebenfalls dieser Tage erscheinen sollte, hat einen Zombie-Ausbruch in Japans Hauptstadt Tokio zum Inhalt. Wann es veröffentlicht werden soll, ist derzeit völlig offen.

Gänzlich von einer Veröffentlichung seines PS3-Katastrophenspiels "Disaster Report 4" abgesehen hat inzwischen hingegen der japanische Entwickler Irem. Einem Bericht des japanischen Blogs "Adriasang" zufolge gab Irem am Montag ohne Angabe von Gründen das Aus des Spiels bekannt, dessen Veröffentlichung ursprünglich für vergangenen Freitag geplant war. 

Der Entwickler entschuldigte sich bei allen an dem Projekt beteiligten Personen sowie Fans, die - vergeblich - auf den Titel gewartet hatten. In dem Spiel legt ein Erdbeben die gesamte Infrastruktur einer ganzen Stadt lahm. Aufgabe des Spielers sollte es sein, der Katastrophe lebendig zu entfliehen.

Japanische Spieleindustrie spendet
Indes haben laut Msnbc.com zahlreiche in Japan beheimatete Spielehersteller große Summen Geld gespendet, um das Land möglichst schnell wiederaufbauen zu können. Sowohl Sony als auch Nintendo verkündeten, jeweils 300 Millionen Yen (2,6 Millionen Euro) zu spenden. Weitere 200 Millionen Yen sollen von Sega kommen, zusätzliche 100 Millionen von Namco Bandai. "Final Fantasy"-Entwickler Square Enix hat indes seine Multiplayer-Server abgestellt, um derzeit dringend benötigten Strom zu sparen.

Reales Geld für Opfer über virtuelle Güter
Auch außerhalb Japans zeigen sich Spielentwickler, Publisher und Gamer solidarisch. So sammelte der "Farmville"-Entwickler Zynga beispielsweise über den Verkauf von virtuellen Gütern binnen 36 Stunden eine Million Dollar für Hilfsorganisationen. Auch die Macher der Online-Spiele "Eve Online" und "Gaia Online" bieten ihrer Spielergemeinschaft die Möglichkeit, virtuelle Güter zu erstehen, deren Erlös dann direkt an das Rote Kreuz gespendet wird, oder Ingame-Währung zu spenden. Eigenen Angaben zufolge konnte die "Eve Online"-Community so bis Dienstagnachmittag bereits Spendengelder in Höhe von über 45.000 Euro lukrieren.

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