"Ich kann mir vorstellen, dass wir in Zusammenarbeit mit Caritas oder SOS Kinderdorf verwaiste Kinder aus Japan eine zeitlang bei uns aufnehmen, damit sie dieses Trauma überwinden. Ich bin dazu natürlich auch persönlich bereit", so Scheuch, der zudem ein weiteres Mal die Schließung des Atomkraftwerks in Krko forderte.
"Atomkraftwerke in Erdbebenzonen müssen bedingungslos geschlossen werden. Kein Sicherheitsnetz hilft im Ernstfall, das beweist uns die schreckliche Situation in Japan. Noch dazu ist Krko alles andere als störungsfrei. Daher gehört das AKW sofort geschlossen", so Scheuch. Der FPK-Obmann fordert die Bundesregierung dazu auf, innerhalb der EU für eine Abkehr von der Atomkraft aufzutreten. Bei der nächsten Sitzung der Landesregierung werde man eine dementsprechende Resolution vorschlagen.
Manager von Krko wollen beruhigen
Auch SPÖ-Chef Peter Kaiser ("Atomenergie ist russisches Roulette") und Kärntens BZÖ-Obmann Josef Bucher ("Gefahr eines Atom-Dramas wie in Japan beenden!") fordern die Schließung von Krko. Erst 2008 hatte es nach einem Störfall im AKW europaweiten Alarm gegeben – dennoch versichert Manager Janez Krajnc nun erneut, dass das Atomkraftwerk "erdbebensicher" sei und es für solche Bedrohungen wie in Fukoshima "Alternativ-Szenarien" gäbe.
Dabei hatte sogar der slowenische Direktor für Kernenergie, Andrej Stritar, erst vor Kurzem im "Krone"-Interview zugegeben, dass es in dem Reaktor massive Probleme mit der Entsorgung des radioaktiven Mülls gäbe: "Die Brennstäbe werden auf dem Areal gelagert."
Was auch für Kärnten eine Gefahr darstellen kann. Schließlich liegt Krko - keine 100 Kilometer von Kärnten entfernt – in einer seismisch überaus aktiven Zone; das große Beben von 1976 etwa erreichte die Stärke 6.
Und Slowenien ist nicht die einzige nukleare Bedrohung für Kärnten: Auch Italien plant in Chioggia nahe Venedig einen Meiler.
Jederzeit mit Erdbeben zu rechnen
Schweizer Experten rechnen laut Greenpeace jederzeit mit neuen Katastrophen, die Menschenleben und Gebäudeschäden fordern könnten. Die Umweltschutzorganisation nimmt daher Umweltminister Nikolaus Berlakovich in die Pflicht: Er solle darauf drängen, dass das AKW in Slowenien geschlossen wird. Was der Staat vor dem EU-Beitritt auch groß angekündigt hatte. Mittlerweile liegen aber stattdessen Ausbaupläne auf dem Tisch.
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13 Messstationen für Strahlenwerte
Die radioaktive Belastung wird in Kärnten übrigens ständig durch das Strahlenfrühwarnsystem des Lebensministeriums überwacht. In Kärnten liefern derzeit zehn Messstationen neue Daten, in Osttirol sind es drei.
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