10.09.2021 15:00 |

Experten geben Tipps

Herbstliche Pilzvielfalt in den Tiroler Wäldern

Im Herbst ist in den Tiroler Wäldern der Pilz-Gabentisch sehr reich gedeckt. Die Vielfalt ist weit größer als das Wissen über Essbares und Giftiges. Die „Krone“ war mit Fachleuten auf der Jagd nach Besonderheiten für eine große Ausstellung in der Wildschönau.

„Lieber zur Pilzberatung als nur im Internet recherchieren.“ Mikrobiologe Martin Kirchmair ist ein Mann der klaren Ansagen. Zu viele Pilzvergiftungen hat der Forscher an der Universität Innsbruck bisher schon analysieren müssen. Fatale Verwechslungen, die durch ein hübsches Bild, eine missverständliche Formulierung passiert sind.

Tausende Sorten in Tirols Wäldern
Zugegeben: Einfach ist die Welt der Pilze nicht. 2000 bis 3000 fruchtbildende Sorten wachsen in Tirol. „Mehr als hundert Sorten sind essbar - heißt aber noch nicht, dass alle gut sind“, meint Kirchmair lachend und zeigt auf einen hübschen Flaschenbovisten: „Kulinarisch kein Highlight, aber zum Füllen, wenn das Pilzragout noch Fleisch braucht.“

Gemeinsam mit den Studentinnen Katharina Schuler und Michaela Hittorf vom Institut für Mikrobiologie war Kirchmair am Donnerstag für eine Pilzausstellung auf der Jagd nach Besonderheiten. Rasch wird klar: Pilzkunde ist kein leichtes Fach. Auch wenn die Analyse-Methoden jeder beherrscht: Schauen, riechen - und unter Umständen schmecken.

Der Duft von Maggi und altem Ziegenbock
Der giftige Bocksdickfuß verströmt den Duft eines alten Ziegenbocks – die Botschaft ist angekommen. Ein knuspriger Geselle ist der Habichtspilz. „Ideal als Suppenwürze“, liefert der Fachmann den Verwertungstipp. Seine Mitarbeiterinnen haben indessen auf einem Holunderstrauch Judasohren entdeckt. Ebenfalls eine Suppenzutat für asiatische Gerichte. „Schmeckt intensiv nach nichts“, findet Kirchmair. Dafür hat es der Buchenmilchling in sich – seine Schärfe brennt wie Feuer auf der Zunge. „Zum Leute ärgern“, verrät der Pilzexperte, nachdem alle gekostet haben.

15 Sorten später ist die Verwirrung perfekt. Vielleicht doch lieber bei Eierschwammerl und Steinpilz bleiben. Oder in Galaxien vordringen, die die meisten Tiroler noch nie zuvor gesehen haben. Kirchmair und seine Kollegen vom Tiroler Pilzverein stehen dafür gerne mit Rat und Tat zur Seite.

Ausstellung am Wochenende in der Wildschönau
Der Verein für Pilzkunde Tirol mit Sitz in Jenbach (Museumsgebäude) organisiert neben der Pilzberatung (So, 18.30 Uhr bis 20 Uhr) und mehreren Pilzwanderungen alle zwei bis drei Jahre eine große Ausstellung. An diesem Wochenende ist es wieder so weit: Im Bergbauernmuseum „z’Bach“ (Oberau) zeigt der Verein am Samstag und am Sonntag (jeweils 10 bis 17 Uhr) an die 250 Pilzarten und liefert wichtige Hinweise zur Bestimmung der Waldfrüchte. Eintritt für Erwachsene: 4 € (Ermäßigung für Familien, Kinder). 3-G-Regel.

Claudia Thurner
Claudia Thurner
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